12. SSW (12. Schwangerschaftswoche)

Mit der 12. SSW sind Arme, Hände und Finger des Babys schon vollständig angelegt. Sogar die Fingernägelchen wachsen schon. Das Baby wird jetzt auch aktiver, es reckt und streckt sich und purzelt im Fruchtwasser herum. Für viele Mamis beginnt etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche der angenehmere Teil der Schwangerschaft, weil Übelkeit und Erbrechen jetzt nachlassen.

Das Baby in der 12. SSW

pregnant woman with visible uterus and fetus week 12In der 12. SSW zeigt das Baby bereits erste Mimik und Gestik. Noch ganz sachte, aber ein Lächeln ist durchaus erkennbar. Wenn in der 12. Schwangerschaftswoche ein Ultraschall-Termin stattfindet, kann man vielleicht schon sehen, wie das Baby die Stirn runzelt oder auch am Finger saugt. Die Augenlider sind immer noch „zugeklebt“ und verschließen die Augen. Bis zur 27. Schwangerschaftswoche bleibt das auch noch so. Erst dann öffnet das Baby zum ersten Mal seine Augen. Arme und Hände sind annähernd vollständig entwickelt. Die „Schwimmhäute“ zwischen den Fingern haben sich zurückgebildet. Schon jetzt wachsen Babys‘ Fingernägel.

Die Schilddrüse des Babys nimmt um die 12. SSW ihre Funktion auf. Eine ausreichende Versorgung mit Jod ist deshalb weiterhin besonders wichtig. Bei 230 bis 260 Mikrogramm liegt der tägliche Jod-Bedarf in der Schwangerschaft (bei Nicht-Schwangeren liegt er bei circa 200 Mikrogramm täglich.

Das Herz des nun bereits fünf Zentimeter großen Babys schlägt mit 120 bis 160 Schlägen pro Minute etwa doppelt so schnell wie das der Mutter. Das Baby ist außerdem wahnsinnig aktiv, reckt und streckt sich, schlägt Purzelbäume im Fruchtwasser. Der Stoffwechsel ist in der 12. SSW fast voll funktionsfähig. Mittlerweile hat sich der in die Nabelschnur vorgefallene Darm wieder in die Bauchhöhle zurück verlagert. Die Bauchdecke schließt sich.

Das weitere Darmwachstum wird auch durch Fruchtwasser beschleunigt: Das Schlucken von Fruchtwasser trainiert nicht nur das Verdauungssystem, es versorgt das Baby auch zu einem Teil mit wichtigen Nährstoffen. Dadurch fördert es auch den Aufbau der Magen-Darm-Schleimhaut, der Leber und der Bauchspeicheldrüse. Da das Verdauungssystem des Babys in der 12. SSW auch in der Lage ist, Zucker zu verstoffwechseln, profitiert es von der im Fruchtwasser enthaltenen Glukose.

Fruchtblase und Fruchtwasser – Babys „Zuhause“

Das Baby liegt während der Schwangerschaft umgeben von Fruchtwasser und gut geschützt in der Fruchtblase. Das Fruchtwasser besteht zu 99 Prozent aus Wasser und enthält Nährstoffe, die das Baby für seine Entwicklung benötigt. Es dient außerdem als „Stoßdämpfer“ zwischen dem Baby und der Außenwelt. So kann es sogar kleinere Aufprälle unbeschadet überstehen. Gleichzeitig bewegt sich das Baby im Fruchtwasser leichter. Es trainiert seine Muskulatur und auch seine Knochen und Gelenke. Einige Babys behalten ihre Vorliebe für Wasser bis nach der Geburt und baden gerne in Babybadewannen oder Babybadeeimern. Man geht davon aus, dass diese Vorliebe mit den Erfahrungen im Mutterleib, dem Aufenthalt im Schutz von Fruchtblase und Fruchtwasser, zu tun hat. Auch die Mutter spürt durch das Fruchtwasser die Bewegungen des Kindes in ihrem Bauch nicht so heftig.

Fruchtwasser und Fruchtblase sind übrigens ursprünglich ein Teil der befruchteten Eizelle. Die Fruchtblase hat sich aus den Eihäuten entwickelt. Sie besteht aus einer äußeren (Chorion) und einer inneren Schicht (Amnion). Bereits ab den ersten Schwangerschaftswochen wird von den Zellen des Amnions Fruchtwasser produziert. Es verhindert, dass das Baby an den Eihäuten festwächst. In der 12. SSW produzieren die Nieren des Babys bereits Urin, was die Fruchtwassermenge erhöht. Das Baby entleert seine Blase direkt ins Fruchtwasser. Daher wird das Fruchtwasser auch ständig erneuert. Es dient zudem der Wärmeregulation, weil das Baby über das Fruchtwasser bei seinen Entwicklungs- und Stoffwechselprozessen entstandene Wärme abgeben kann. Für die Entwicklung der Lungen ist das Fruchtwasser ebenfalls von Bedeutung: Das Baby trainiert seine Atmung, indem die Flüssigkeiten aus Lunge und Fruchtblase hin- und herbewegt werden. Gleichzeitig dient das Fruchtwasser der Flüssigkeitszufuhr.

Die Schwangere in der 12. SSW

12. SSW wachsender Bauch

Der Babybauch lässt sich in der 12. SSW zwar noch verstecken, aber lediglich unter Kleidung. Oberhalb des Schambeins kann man die Gebärmutter schon gut von außen fühlen. Frauen, die schon ein Kind zur Welt gebracht haben, haben in der 12. Schwangerschaftswoche meist schon einen etwas größeren Babybauch als Erstgebärende. Sie benötigen oft schon etwas weitere Kleidung.

Durch das leichte Absinken des Schwangerschaftshormons HCG bessern sich um die 12. SSW bei Frauen, die vorher unter Übelkeit und Erbrechen litten, die Beschwerden häufig. Auch die Abneigung gegen eigentlich wohlriechende und wohlschmeckende Speisen kann nun schon nachlassen. Der Genuss steht beim Essen für viele wieder mehr im Vordergrund.

Bis zur 12. Schwangerschaftswoche steigt die Herzleistung um bis zu 40 Prozent gegenüber dem normalen Wert an. Das Herz muss während der Schwangerschaft mehr arbeiten, weil sich das Blutvolumen erhöht hat. Nach der Geburt reguliert sich die Herztätigkeit wieder von allein.

12. SSW – Zeit, sich über Pränatal-Diagnostik Gedanken zu machen

12.SSW Ultraschall

Alle Vorsorge-Untersuchungen in der Schwangerschaft gehören zur pränatalen Diagnostik. Als Oberbegriff für Untersuchungen, die nur bei Auffälligkeiten, Risikofaktoren oder auf Wunsch durchgeführt werden, um Anomalien, Fehlbildungen oder Behinderungen zu erkennen, hat sich „Pränatal-Diagnostik“ durchgesetzt.

Ob Du Untersuchungen der Pränatal-Diagnostik durchführen lassen möchtest, solltest Du Dir ganz in Ruhe überlegen. Die Angst und Unsicherheit bis zu einem Testergebnis kann belastend sein. Nicht immer sind Untersuchungsergebnisse eindeutig. Es kann auch sein, dass belastende Entscheidungen getroffen werden müssen. Zudem bergen manche Methoden der Pränatal-Diagnostik ein gewisses Risiko für Fehlgeburten.

Fest steht: Die allermeisten Babys (96 bis 98 Prozent) kommen gesund auf die Welt. Das heißt, nur ein kleiner Teil aller Babys hat kleinere oder größere Erkrankungen oder Auffälligkeiten. Manche Eltern möchten lediglich „darauf vorbereitet“ sein, andere würden einen Abbruch in Erwägung ziehen. Was auch immer die Beweggründe für Pränatal-Diagnostik sind, sie sind sehr individuell. Jedes Paar hat die Wahl. Folgende Untersuchungen können vorgenommen werden:

  • Ersttrimester-Screening
  • Triple- oder AFP-Test
  • Nackentransparenzmessung (normalerweise im Rahmen des Ersttrimester-Screenings)
  • Chorionzottenbiopsie
  • Amniozentese (Fruchtwasserpunktion)
  • Chordozentese
  • Feindiagnostik (Fein-Ultraschall)
  • Fetaler DNA-Test
Pränatal-Diagnostik: das Ersttrimester-Screening

Zwischen der 12. SSW und der 14. SSW kann bereits das Ersttrimester-Screening durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um eine risikolose Untersuchung, denn es wird lediglich Blut abgenommen und die Ergebnisse mit verschiedenen Werten des Ultraschalls und dem Alter der Mutter ins Verhältnis gesetzt. Beim Ersttrimester-Screening wird das Risiko für Chromosomenstörungen, insbesondere Trisomie 21 (auch als „Down-Syndrom“ bekannt), abgeschätzt.

Bestimmte Marker im mütterlichen Blut können auf eine Chromosomenstörung hinweisen. Die Nackentransparenzmessung (Nackenfaltenmessung) erfolgt per Ultraschall. In den ersten Schwangerschaftswochen sammelt sich unter der Haut auf der Höhe des Nackens Gewebeflüssigkeit an. Diese Nackentransparenz verschwindet im Verlauf der Schwangerschaft wieder. Ist sie dicker als 2,5 Millimeter, kann das ein Anzeichen für eine Chromosomenstörung sein. Da dies mitunter auch bei Kindern ohne Chromosomenstörung vorkommt, ist das Ergebnis der Nackentransparenzmessung nicht eindeutig, sondern bietet vielmehr eine Wahrscheinlichkeit. Daher werden die Ergebnisse der mütterlichen Blutuntersuchung und das Alter der Mutter zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit mit herangezogen. Denn je älter eine Schwangere ist, desto größer ist auch das Risiko einer Chromosomenstörung.

Das Ersttrimester-Screening ist wie alle Untersuchungen der pränatalen Diagnostik in der Regel keine Kassenleistung, sondern muss von der Schwangeren selbst bezahlt werden.

Quellen:
Coad, J.: Anatomie und Physiologie für die Geburtshilfe. Elsevier, München 2007
Gätje, R. et al.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart, 2011
Höfer, S./Scholz, Dr. med. A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München 2014
Stiefel, A./Geist, C./Harder, U.: Hebammenkunde. Hippokrates, Stuttgart 2013

Ärztin_Elisa

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Karin

Schon als Kind wollte Karin den Dingen auf den Grund gehen und baute deshalb mit Vorliebe ihr Spielzeug auseinander. Während Papa zur Reparatur antrat, beschäftigte sie sich schon freudestrahlend mit dem nächsten Objekt. Weil sie auch heute noch alles genau wissen möchte, schreibt sie über Medizinthemen und das, was im Körper während der Schwangerschaft passiert.

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