13. SSW (13. Schwangerschaftswoche)

Mit der 13. SSW beginnt der vierte Schwangerschaftsmonat. Das Geschlecht des Babys hat sich mittlerweile schon entwickelt, aber eine erste Prognose wäre zu diesem Zeitpunkt noch sehr unsicher. Die Gebärmutter wandert ein wenig aus dem kleinen Becken nach oben und der Bauch wölbt sich dadurch nach vorne. Wer genau hinsieht, kann nun schon einen kleinen Babybauch erkennen.

Das Baby in der 13. SSW

pregnant woman with visible uterus and fetus week 13Die Proportionen des Babys verändern sich in der 13. SSW langsam. Vor allem das Verhältnis von Körper zu Kopf gleicht sich nach und nach aus und die Silhouette des Babys ähnelt immer mehr dem „fertig“ entwickelten Baby bei der Geburt. Die Knochen mineralisieren sich zunehmend und werden fest und die Bewegungen des Babys sind nicht mehr ruckartig und zuckend, sondern werden koordinierter.

Im Kieferknochen entstehen Anlagen für 20 kleine Milchzähnchen. Wachsen und aus dem Kieferknochen herauskommen werden die Zähne aber in der Regel erst etwa vier bis acht Monate nach der Geburt. Ganz selten kommt es vor, dass ein Baby schon mit Zähnchen geboren wird. Für die Mineralisierung von Knochen und Zähnen werden zunehmend auch Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphor oder auch Flouride benötigt. Eine ausreichende Versorgung mit diesen Mineralstoffen ist daher jetzt besonders wichtig.

Mädchen oder Junge? Die äußeren Geschlechtsorgane haben sich schon entwickelt. Beim Jungen sind die Hoden schon hinter der Bauchwand angelegt und eventuell ist auch schon ein kleiner Penis sichtbar. Mädchen verfügen schon über Eileiter, Eierstöcke und den Vagina-Kanal.

Das Baby wiegt in der 13. Schwangerschaftswoche 14 bis 19 Gramm und ist mit sechs Zentimetern bereits so groß wie eine kleine Kiwifrucht. Noch dominiert das Längenwachstum. Erst einige Wochen später nimmt das Baby viel stärker an Gewicht zu.

Die Schwangere in der 13. SSW

13. SSW essen in der Schwangerschaft

Der kleine Babybauch ist in der 13. SSW immer noch gut unter der Kleidung zu verstecken. Unbekleidet ist er dagegen schon gut sichtbar. Da sich die Gebärmutter durch ihr Wachstum nun leicht nach oben aus dem kleinen Becken hebt, wölbt sich der Bauch langsam nach vorne.

Während Übelkeit und Erbrechen bei vielen Frauen nachgelassen haben, begleiten Blähungen, Verstopfung und Völlegefühl viele Frauen noch durch ihre weitere Schwangerschaft. Verursacht wird das durch das Hormon Progesteron, das für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft von großer Bedeutung ist. Ein Nebeneffekt der erhöhten Progesteronkonzentration ist seine muskelentspannende Wirkung, die unter anderem Darmträgheit hervorruft. Kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, Verzicht auf allzu fettreiche Speisen und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Darmaktivität. Auch regelmäßige Bewegung und leichte Bauchmassagen können entlastend wirken. Kräutertees aus Fenchel, Anis oder Kümmel lindern Blähungen.

Das Zahnfleisch ist während der Schwangerschaft stärker durchblutet als sonst. Beim Zähneputzen kann es daher vermehrt zu Zahnfleischbluten kommen. Trotzdem sollte die Zahnreinigung weiter sorgfältig erfolgen, denn Zähne sind in der Schwangerschaft tatsächlich anfälliger als sonst.

Zahnpflege in der Schwangerschaft

„Jedes Kind ein Zahn“ – diese alte Volksweisheit hat einen wahren Kern. Denn nicht nur das Zahnfleisch ist wesentlich empfindlicher als sonst, auch der Zahnschmelz leidet in der Schwangerschaft. Es kommt häufiger zu Entzündungen und Karies. Durch die hormonellen Umstellungen wird der Speichel säurehaltiger und greift dadurch den Zahnschmelz an.

13.SSW Zahnpflege

Die 13. SSW ist ein guter Zeitpunkt, um einen Vorsorge-Termin beim Zahnarzt zu vereinbaren. Manche Schwangere musste sich in den ersten Schwangerschaftwochen häufiger übergeben. Durch die Magensäure kann auch der Zahnschmelz angegriffen worden sein. Eine Zahnreinigung macht die Zähne nicht nur gründlich sauber, die anschließende Flouridbehandlung kräftigt auch den Zahnschmelz. Gleichzeitig wird durch die Reinigung auch Zahnfleischentzündungen vorgebeugt. Entzündungen im Mund bergen nämlich ein gewisses Risiko für eine Fehlgeburt.

Zahnbehandlungen (Bohren, Wurzelbehandlung) sollten nach Möglichkeit nicht in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Wer akute Schmerzen hat, muss sich natürlich trotzdem behandeln lassen. Der Zahnarzt sollte unbedingt über die Schwangerschaft informiert werden. Er wird dann zum Beispiel Betäubungsmittel so auswählen, dass sie nicht schädlich für das Baby sind.

Die zweite Vorsorge-Untersuchung steht in der 13. SSW an

Etwa in der 13. SSW steht bereits die zweite Vorsorge-Untersuchung an. Die im Vier-Wochen-Rhythmus vorgesehenen Untersuchungen können durch die Frauenärztin oder die Hebamme vorgenommen werden. Im Labor unter anderem auf Glukose und Eiweiß untersucht wird wieder der Urin. Gewicht und Blutdruck werden gemessen und eventuell wird auch der Muttermund abgetastet.

Wird bei der zweiten Vorsorge-Untersuchung ein Ultraschall durchgeführt, kann man leider das Geschlecht des Babys noch nicht gut erkennen. Eine relativ sichere Prognose ist erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich – in der Regel beim zweiten regulären Ultraschall-Termin in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche.

Wer über die reguläre Vorsorge hinaus Untersuchungen der pränatalen Diagnostik vornehmen lassen möchte, kann die zweite Vorsorge-Untersuchung dafür nutzen. Zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche sind möglich:

  • Nackentransparenzmessung (per Ultraschall)
  • Ersttrimester-Screening (Nackentransparenzmessung, Blutwerte und Alter der Mutter werden ins Verhältnis zueinander gesetzt)
  • Chorionzottenbiopsie

Chorionzottenbiopsie

Während das Ersttrimester-Screening mit der Nackentransparenzmessung keine Risiken für das Baby beinhaltet, ist die Chorionzottenbiopsie mit einem gewissen Risiko verbunden. Bei der Chorionzottenbiopsie werden mit einer Hohlnadel Zellen aus der Außenhaut der Fruchtblase (Chorion) aus dem Bereich entnommen, in dem die Plazenta entstanden ist. Die Entnahme erfolgt meist über die Bauchdecke der Mutter. Per Ultraschall wird der Vorgang überwacht.

Im Chorion sind kindliche Zellen enthalten, die später im Labor auf genetische Auffälligkeiten untersucht werden. Da die Zellen auch viele weitere Informationen enthalten, kann mittels Chorionzottenbiopsie auch gleich das Geschlecht des Babys sicher bestimmt werden. Neben Chromosomenstörungen gibt die Untersuchung auch Aufschluss über Erkbkrankheiten, Muskel-, Blut- oder Stoffwechselerkrankungen.

Die Chorionzottenbiopsie sollte spätestens in der 13. SSW durchgeführt werden. Sie ist keine Kassenleistung und muss – wenn keine Risikofaktoren vorliegen, die diese Untersuchung nötig machen – selbst gezahlt werden. Durch den Eingriff besteht ein Fehlgeburts-Risiko von 0,3 bis 1 Prozent.

Ob man die Chorionzottenbiopsie wirklich durchführen lassen möchte, sollte man sich vorher gut überlegen. Neben dem Risiko einer Fehlgeburt steht auch die Frage im Raum, welche Konsequenzen das Untersuchungsergebnis hat. Mitunter müssen Entscheidungen getroffen werden, die sehr belastend sind.

Wollt Ihr erfahren, in welcher Schwangerschaftswoche Ihr gerade seid? Dann testet gerne unseren Schwangerschaftsrechner und findet es heraus.

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Quellen:
Coad, J.: Anatomie und Physiologie für die Geburtshilfe. Elsevier, München 2007
Gätje, R. et al.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart, 2011
Höfer, S./Scholz, Dr. med. A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München 2014
Huch, Prof. Dr. med. R./Ochsenbein, Prof. Dr. med. N./Largo, Prof. Dr. med. R.: Ich bin schwanger. Trias, Stuttgart 2015
Stiefel, A./Geist, C./Harder, U.: Hebammenkunde. Hippokrates, Stuttgart 2013

Ärztin_Elisa

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Karin

Schon als Kind wollte Karin den Dingen auf den Grund gehen und baute deshalb mit Vorliebe ihr Spielzeug auseinander. Während Papa zur Reparatur antrat, beschäftigte sie sich schon freudestrahlend mit dem nächsten Objekt. Weil sie auch heute noch alles genau wissen möchte, schreibt sie über Medizinthemen und das, was im Körper während der Schwangerschaft passiert.

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