2. SSW (2. Schwangerschaftswoche)

Die zweite Zykluswoche ist rein rechnerisch betrachtet auch die 2. SSW. Im Eierstock reifen die Eibläschen heran und durch den Eisprung zum Ende der 2. Schwangerschaftswoche wird eine Eizelle freigesetzt, die in den nächsten maximal 24 Stunden befruchtet werden kann.

Es gibt in der Medizin zwei Methoden, die Schwangerschaftswoche zu berechnen. Eine bezieht sich auf den ersten Tag der letzten Periode, die andere auf den Tag der Empfängnis. Wir verwenden in unserem Schwangerschaftskalender die gängigere Berechnung der Schwangerschaft ab dem ersten Tag der letzten Periode (erster Zyklustag). Damit haben wir 40 Schwangerschaftswochen bis zur Geburt. In der 2. Schwangerschaftswoche reifen die Eibläschen, ausgelöst durch das steigende FSH (Follikelstimulierendes Hormon), weiter im Eierstock heran. Die Gebärmutterschleimhaut wird wieder aufgebaut und damit auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet. Der Östrogenspiegel steigt an.

Außerdem kommt es in der Zyklusmitte (zum Ende der 2. SSW) durch Östrogenausschüttung zu einer sprunghaften Zunahme des Luteinisierenden Hormons (LH). Es löst den Eisprung aus. Je nach Zykluslänge findet der Eisprung gegen Ende der 2. Schwangerschaftswoche statt, etwa zwischen dem zwölften und 16. Zyklustag.

Beim Eisprung platzt ein Eibläschen (manchmal auch mehrere) und die darin enthaltene Eizelle gelangt in den Eierstock. Sie ist von jetzt an maximal 24 Stunden befruchtungsfähig. Von hier wandert sie in den nächsten Tagen den Eierstock nach unten entlang in Richtung Gebärmutter. Um den optimalen Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr und die Befruchtung herauszufinden, berechnen Frauen mit Kinderwunsch daher häufig ihre fruchtbaren Tage.

Die fruchtbaren Tage in der 2. SSW bestimmen

2.SSW Familienwunsch

Die fruchtbaren Tage liegen etwa in der Mitte des Zyklus, am Ende der 2. SSW. Je nach Zykluslänge variiert dieser Zeitraum jedoch. Durchschnittlich zwölf bis 16 Tage nach dem ersten Zyklustag (dem ersten Tag der Periode) erfolgt der Eisprung (Ovulation). Er kann aber auch wesentlich früher oder später stattfinden, das ist von Frau zu Frau verschieden. Es ist völlig normal, wenn nicht in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet. Allerdings: Mit zunehmendem Alter nimmt die Regelmäßigkeit der Eisprünge ab.

Wer wissen möchte, ob und wann ein Eisprung stattfindet, ist mit einem Ovulationstest gut beraten. Ovulationstests gibt es freiverkäuflich in der Apotheke oder in der Drogerie. Sie messen das Luteinisierende Hormon (LH) im Urin und sagen den Zeitpunkt des Eisprungs zuverlässig voraus.

Frauen, die zu Berechnung ihrer fruchtbaren Tage die Temperaturmethode oder Basaltemperaturmethode anwenden, bemerken als Anzeichen für den Eisprung eine leichte Temperaturerhöhung. Um etwa 0,5 Grad Celsius steigt die morgendliche Temperatur an. Das geschieht je nach Zykluslänge etwa gegen Ende der zweiten Zykluswoche. Auch Zykluscomputer zeigen die fruchtbaren Tage an. Bei Kinderwunsch wird während dieser Zeit für eine größtmögliche Befruchtungswahrscheinlichkeit Geschlechtsverkehr etwa alle zwei Tage empfohlen.

Gesunde Ernährung zur Vorbereitung auf die Schwangerschaft schon in der 2. SSW

Für Frauen, die schwanger werden möchten, empfiehlt sich schon in der 2. SSW eine gesunde Lebensweise. So wirkt sich vor allem auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung positiv auf die Fruchtbarkeit aus. Auf Diäten zur Gewichtsreduktion sollte verzichtet werden, da der Körper dadurch in den „Sparmodus“ schaltet. Auch zu viel Stress kann dazu führen, dass sich keine Schwangerschaft einstellt.

Eine gesunde Ernährung wirkt sich übrigens nicht nur positiv auf die Fruchtbarkeit aus, sie sorgt auch während der Schwangerschaft für eine optimale Nährstoffversorgung von Mutter und Kind. Wichtig schon zu Beginn der Schwangerschaft – und am besten schon einige Wochen davor – ist die tägliche Einnahme eines Folsäure-Präparates (400 Mikrogramm). Folsäure übernimmt wichtige Aufgaben bei der Zellteilung, dem Zellwachstum und der Blutbildung und ist daher für die Entwicklung des Kindes sehr wichtig.

Den Impfschutz am besten schon vor der 2. SSW checken

2.SSW Impfung

Bei Kinderwunsch solltest Du Dich schon frühzeitig – am besten bereits einige Monate vor der 2. SSW – über Deinen Impfstatus informieren. Das gilt besonders im Hinblick auf Röteln. Eigentlich eine klassische, harmlose Kinderkrankheit, können Röteln vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen zu Entwicklungsstörungen beim Kind führen, da das Rötelnvirus über die Plazenta auch auf das Baby übertragen wird.

In Deutschland werden die meisten Mädchen und Frauen seit den 1980-er Jahren standardmäßig gegen Röteln geimpft. Die Impfung erfolgt in der Regel zwei Mal als Dreifach-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) zwischen dem elften und 14. Lebensmonat sowie zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat. Im Kindesalter kann dann noch einmal eine Nachholimpfung erfolgen.

Nicht immer besteht trotz Impfung ein lebenslanger, ausreichender Schutz gegen Röteln. Es empfiehlt sich daher bei Kinderwunsch, mittels Bluttest feststellen zu lassen, ob genügend Antikörper gegen Röteln (Rötelntiter) im Blut vorhanden sind. Allerdings: Ist der Rötelntiter nicht ausreichend, sollten zwischen Impfung und Schwangerschaft mindestens drei Monate liegen. Denn gegen Röteln wird mit einem Lebendimpfstoff geimpft. Bei dieser „aktiven Immunisierung“ kann es zu stärkeren Reaktionen des Körpers auf den Impfstoff kommen. Möglicherweise treten ähnliche Symptome auf wie bei der Krankheit selbst. Eine Röteln-Impfung ist daher in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert.

Die Grippeschutzimpfung wird übrigens für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (ab der 13. SSW) während der Wintermonate empfohlen. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) begründet ihre Empfehlung mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Schwangeren. Außerdem steckten sie sich schneller an. Zudem würden über die Plazenta Antikörper von der Mutter zum Kind weitergegeben, die dem Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten einen gewissen Schutz vor Grippeviren bieten. In Deutschland wird gegen Grippe mittels „passiver Immunisierung“, also mit einem Totimpfstoff, geimpft.

Grundsätzlich gilt: Während der Schwangerschaft solltest Du nur wirklich dringend notwendige Impfungen vornehmen lassen.

Wollt Ihr erfahren, in welcher Schwangerschaftswoche Ihr gerade seid? Dann testet gerne unseren Schwangerschaftsrechner und findet es heraus.

Schwangerschaftsrechner
SSW berechnen - Alle Schwangerschaftswochen im Überblick

Quellen:
Coad, J.: Anatomie und Physiologie für die Geburtshilfe. Elsevier, München 2007
Gätje, R. et al.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart, 2011
Höfer, S./Scholz, Dr. med. A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München 2014
Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de
Stiefel, A./Geist, C./Harder, U.: Hebammenkunde. Hippokrates, Stuttgart 2013

Ärztin_Elisa

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Karin

Schon als Kind wollte Karin den Dingen auf den Grund gehen und baute deshalb mit Vorliebe ihr Spielzeug auseinander. Während Papa zur Reparatur antrat, beschäftigte sie sich schon freudestrahlend mit dem nächsten Objekt. Weil sie auch heute noch alles genau wissen möchte, schreibt sie über Medizinthemen und das, was im Körper während der Schwangerschaft passiert.

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