22. SSW (22. Schwangerschaftswoche)

Das Baby wird in der 22. SSW immer größer und vor allem schwerer. Organe, Gehirn und Sinnesorgane entwickeln sich weiter. Noch sind seine Augen verschlossen, das Baby reagiert aber immer konkreter auf Reize von außen und nimmt zum Beispiel schon hell und dunkel wahr.

Das Baby in der 22. SSW

pregnant woman with visible uterus and fetus week 22Sein Gehirn-Wachstum steht in den kommenden Wochen bei der Entwicklung des Babys im Vordergrund. Etwa ab der 22. SSW bilden sich die Furchen in der Hirnrinde und die Schädelknochen sind schon relativ fest. Zusammengewachsen sind die beiden Schädelknochen aber noch nicht. Das passiert erst im zweiten Lebensjahr des Kindes. Bis dahin bleibt je ein kleiner Spalt auf der oberen Mitte des Kopfes sowie in der Mitte des Hinterkopfes und an der Seite. Diese Knochenlücken werden Fontanellen genannt. Die Fontanellen haben verschiedene Aufgaben: Bei der Geburt ermöglichen sie ein Verschieben der Schädelknochen, sodass das Baby unbeschadet durch den engen Geburtskanal kommt. Nach der Geburt lassen sie in den ersten Lebensmonaten genug Platz für das rasante Wachstum von Babys‘ Gehirn. Die Knochenlücke am Hinterkopf schließt sich bis zum dritten Lebensmonat, die Seitenfontanellen bis zum 18. Lebensmonat und bis zum 3. Lebensjahr die große Fontalle auf der oberen Mitte des Kopfes.

Nachdem in der vergangenen Schwangerschaftswoche die Schweißdrüsen angelegt wurden, bilden sich in dieser Woche in der oberen Hautschicht die Schweißporen in der Haut des Babys heraus.

Die Organe und Sinnesorgane des Babys bilden sich auch in der 22. SSW weiter aus. Es reagiert nun verstärkt auf Reize von außen, zum Beispiel Helligkeit oder Geräusche. Trotz noch geschlossener Augenlider kann es Licht wahrnehmen. Seine Haut ist immer weniger durchlässig und lagert weiter Fettgewebe ein. Durchschnittlich 100 bis 200 Gramm legt es pro Woche an Gewicht zu. Am Ende der 22. Schwangerschaftswoche ist es etwa 350 Gramm schwer und 28 Zentimeter lang.

Die Schwangere in der 22. SSW

Die Schwangerschaft kann man jetzt in der 22. SSW immer deutlicher sehen. Vor allem der Bauch wölbt sich weiter, denn das Baby legt in den kommenden Wochen deutlich mehr an Gewicht zu als in der ersten Schwangerschaftshälfte.

Die kleinen Erhebungen auf dem Warzenhof (Montgomery-Drüsen) werden in der Schwangerschaft etwas deutlich sichtbarer. Etwa ab der 22. Schwangerschaftswoche sondern sie auch ein wenig Feuchtigkeit ab. Diese Feuchtigkeit ist ein natürliches Pflegemittel für Warzenhof und Brustwarzen und hält diese elastisch. Dadurch wird Rissen und kleinen Verletzungen, die manchmal beim Stillen durch das ungewohnte Saugen des Babys in den ersten Wochen nach der Geburt auftreten können, vorgebeugt.

Manchmal bläht sich der Bauch auch aufgrund von Blähungen. Bei Blähungen kann eine sanfte Bauchmassage etwas Abhilfe schaffen. Nicht angewendet werden sollte sie bei vorzeitigen Wehen, weil die Massage zusätzlich wehenanregend wirken könnte.

Sanfte Bauchmassage bei Blähungen

Gegen Blähungen oder auch bei Dehnungsschmerzen aufgrund des wachsenden Bauchs hilft eine sanfte Bauchmassage:

  • Verwende dafür am besten ein Baby-, Bio- oder Massageöl und verteile es auf Deinen Fingerspitzen.
  • Streiche jetzt mit dem handwarmen Öl mit beiden Händen von außen nach innen in Richtung Bauchnabel.
  • Umkreise den Bauchnabel sanft.
  • Zum Schluss streichst Du mit den Händen nach oben in Richtung Brustbein.

Brustpflege in der Schwangerschaft

Es hält sich noch immer hartnäckig das Gerücht, dass eine Abhärtung von Brust und Brustwarzen durch kaltes Duschen und Bürstenmassagen optimal auf das Stillen vorbereite. Vielleicht häufen sich jetzt in der 22. SSW solche gut gemeinten Ratschläge. Eine Abhärtung ist jedoch gar nicht nötig. Mehr noch, Reiben und Reizen der Brustwarzen führt zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons Oxytozin, das unter anderem auch die Wehentätigkeit fördert. Es sollte daher vermieden werden.

Die Brust kann in der Schwangerschaft ganz normal wie auch der restliche Körper gewaschen und gepflegt werden. Eine Reinigung mit Wasser und einem milden Duschgel oder einer milden Seife ist völlig ausreichend. Die Brüste nach der Körperreinigung mit einem Öl oder einer Lotion eincremen. Bei rissigen Brustwarzen und/oder Warzenhöfen ruhig öfter sanft eincremen. Auch eine Lanolinsalbe (in der Apotheke erhältlich) hilft gegen spannende, rissige Brustwarzen oder Warzenhöfe.

Ernährung in der 22. SSW: Magnesium ist ein wichtiger Mineralstoff

Magnesium ist ein wichtiger Mineralstoff für den Eiweiß- und Fettstoffwechsel und für den Knochenaufbau. Von einer ausreichenden Versorgung mit Magnesium profitiert in der Schwangerschaft daher auch das Baby. Der Bedarf an Magnesium steigt in der Schwangerschaft leicht an.

Einige Schwangere bekommen von ihrer Frauenärztin oder Hebamme ein Magnesium-Präparat verschrieben, wenn sie etwa unter nächtlichen Wadenkrämpfen leiden. Magnesium hat eine muskelentspannende Wirkung, daher können Muskelkrämpfe ein Hinweis auf einen Magnesium-Mangel sein. Magnesium findet auch Anwendung bei vorzeitiger Wehentätigkeit. Es wird ebenfalls bei Beschwerden wie Bluthochdruck oder Präeklampsie verordnet, weil es gegen Krampfanfälle hilft.

Auch bei Sodbrennen kann die zusätzliche Einnahme eines Magnesium-Präparats hilfreich sein, da Magnesium dazu beiträgt, die Magensäure zu neutralisieren. Wenn Du ein Magnesium-Präparat einnehmen möchtest, sprich das auf jeden Fall vorher mit Deiner Frauenärztin ab.

Wenn der Bauch hart wird

Spannungsgefühle und leichte Verhärtungen können viele Ursachen haben. Weil manche Frauen Blähungen haben oder unter Verstopfung leiden, wirkt der Bauch aufgebläht und hart. Auch Dehnungsschmerzen können ab und zu zu einem harten Bauch und kleinen Muskelkrämpfen führen. Verursacht werden sie durch die Muskelbänder im Bauch, die sich aufgrund der wachsenden Gebärmutter immer weiter dehnen müssen. Weil das Wachstum des Babybauchs in der zweiten Schwangerschaftshälfte etwa um die 22. SSW noch etwas zunimmt, kann sich der Bauch dadurch öfter mal hart anfühlen.

Je nach Ursache kannst Du selbst versuchen, den Bauch etwas zu entspannen, wenn Dir die Verhärtung unangenehm ist:

  • Trinke ausreichend, denn besonders bei Verstopfung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig.
  • Um die Verdauung anzuregen, treibe moderat Sport und bewege Dich im Alltag ein bisschen mehr. Auch ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause wirkt schon anregend.
  • Iss lieber mehr ballaststoffreiches Obst und Gemüse statt Fleisch und Weißmehlprodukte.
  • Besprich mit Deiner Frauenärztin oder Hebamme, ob eine zusätzliche Einnahme von Magnesium für Dich infrage kommt.
  • Massiere sanft Deinen Bauch. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob es sich vielleicht um vorzeitige Wehen handelt, verzichte lieber auf die Massage, denn sie kann wehenanregend wirken.
  • Ein warmes Vollbad wirkt entspannend – auch auf die Muskeln im Bauch. Wenn sich die Verhärtung im Bad steigert, suche Deine Frauenärztin oder Hebamme auf, denn es könnte sich um Geburtswehen handeln.
  • Suche Dir bewusst kleine Ruhepausen im Alltag und lege die Füße hoch. Durch Deine eigene Entspannung hilfst Du auch Deinem Bauch, sich zu entspannen.

Wollt Ihr erfahren, in welcher Schwangerschaftswoche Ihr gerade seid? Dann testet gerne unseren Schwangerschaftsrechner und findet es heraus.

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Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Magnesium. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/
Höfer, S./Scholz, Dr. med. A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München 2014
Huch, Prof. Dr. med. R./Ochsenbein, Prof. Dr. med. N.: Ich bin schwanger. TRIAS, Stuttgart 2015
Stiefel, A./Geist, C./Harder, U.: Hebammenkunde. Hippokrates, Stuttgart 2013

Ärztin_Elisa

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Karin

Schon als Kind wollte Karin den Dingen auf den Grund gehen und baute deshalb mit Vorliebe ihr Spielzeug auseinander. Während Papa zur Reparatur antrat, beschäftigte sie sich schon freudestrahlend mit dem nächsten Objekt. Weil sie auch heute noch alles genau wissen möchte, schreibt sie über Medizinthemen und das, was im Körper während der Schwangerschaft passiert.

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