24. SSW (24. Schwangerschaftswoche)

Das Baby wächst in der 24. SSW weiter gut geschützt in der Gebärmutter. Noch ist genug Platz für Purzelbäume und Babys Aktivitäten sind manchmal schon recht deutlich zu spüren. Weil die wachsende Gebärmutter zunehmend andere Organe verdrängt, kann es jetzt zu Sodbrennen und häufigerem Harndrang kommen.

Das Baby in der 24. SSW

pregnant woman with visible uterus and fetus week 24Noch hat das Baby ausreichend Platz im Bauch – und den weiß es zu nutzen. Es bewegt sich munter im Fruchtwasser und schlägt manchmal sogar Purzelbäume. Mittlerweile ist es so groß, dass man seine Bewegungen sogar von außen spüren kann, wenn man die Hände an den Bauch legt. Es wiegt jetzt etwa 550 Gramm und ist 32 Zentimeter groß, seine Organe und sein Gehirn entwickeln sich weiter. In den kommenden Wochen werden die Bewegungen des Babys auch von außen sichtbar sind, etwa, wenn es sich herumdreht.

Da die Kindsbewegungen von außen mittlerweile gut zu spüren sind, können nun auch Familienangehörige Kontakt zum Baby aufnehmen. Wenn es sich gerade nicht rührt, kann es ein sanftes Klopfen auf den Bauch aufwecken. Reagiert es darauf ebenfalls nicht, hilft manchmal ein sanftes Schaukeln des Bauchs, leise Musik oder eine angeregte Unterhaltung, um es zu aktivieren.

Ein wichtiger Meilenstein für Babys Entwicklung ist die Entwicklung der Lungenbläschen, die etwa ab der 24. SSW beginnt. Lungenbläschen ermöglichen es dem Baby nach der Geburt, Sauerstoff aufzunehmen. Die gesamte Lungenreifung ist erst kurz vor der Geburt abgeschlossen.

Babys Geschmackssinn

Bereits in der 12. bis 16. Schwangerschaftswochen bilden sich beim Baby die Geschmacksknospen auf der Zunge, kurz danach beginnt es, Fruchtwasser zu schlucken. Das Fruchtwasser besteht aus Zellen von Mutter und Kind. Je nachdem, was die Mutter gegessen hat, verändert sich also auch der Geschmack des Fruchtwassers. So lernt das Baby schon im Mutterleib verschiedene Geschmacksrichtungen kennen.

In Studien wurde ein Zusammenhang zwischen den in der Schwangerschaft verzehrten Lebensmitteln und den Geschmacksvorlieben von Babys entdeckt: Demnach mögen Babys gerade die Aromen, mit denen sie bereits im Mutterleib in Kontakt kamen. Es findet also schon eine vorgeburtliche Prägung auf bestimmte Lebensmittel statt.

Wo soll das Baby zur Welt kommen?

Vielleicht ist in der 24. SSW schon die Frage aufgekommen, wo das Baby geboren werden soll. Handelt es sich nicht um eine Risikoschwangerschaft, ist die Auswahl groß: Klinikgeburt, eine Entbindung im Geburtshaus – angeschlossen an ein Krankenhaus oder unabhängig – oder lieber Hausgeburt?

Wenn Du Dich von einer freiberuflichen Beleghebamme betreuen lässt, wird diese in der Regel mit einem Krankenhaus und/oder Geburtshaus einen Vertrag geschlossen haben. Die von der Beleghebamme betreuten Entbindungen finden dann an diesem Ort statt. Hausgeburten erfreuen sich in den letzten Jahren größer werdender Beliebtheit. Wenn eine von Deiner Hebamme betreute Hausgeburt für Dich infrage kommt, sprichst Du am besten mit Deiner Hebamme und auch mit Deiner Frauenärztin darüber. Sind in der Schwangerschaft Komplikationen aufgetreten oder hattest Du bereits Geburten, die etwas komplizierter verliefen, wird Dir die Frauenärztin von einer Hausgeburt abraten. Bei Mehrlingsgeburten oder Erkrankungen kommt ebenfalls nur eine Klinikgeburt in Betracht.

Noch hast Du genug Zeit, Dir auch mal Kranken- und Geburtshäuser in Deiner Nähe anzuschauen. Viele bieten auch einen „Tag oder offenen Tür“ an. Manchmal finden auch Geburtsvorbereitungskurse in Geburts- oder Krankenhäusern statt. Eine gute Gelegenheit, sich das Ganze mal von innen anzusehen.

Die Schwangere in der 24. SSW

Um die 24. SSW steigt die Menge des Fruchtwassers noch einmal auf etwa einen halben Liter an. Bis zur 36. SSW wird es bereits ein ganzer Liter sein. Die Volumenzunahme ist auch von außen nicht zu übersehen. Viele Frauen tragen jetzt bereits Umstandsmode, weil ihnen ihre normale Kleidung nicht mehr passt. Welche Kleidergröße bei Umstandsmode passt, hängt auch damit zusammen, wie sich der Körper während der Schwangerschaft verändert. Manche Frauen haben die gleiche Kleidergröße, andere benötigen eine oder zwei Kleidergrößen mehr. Umstandsmode sitzt in der Regel etwas lockerer und hat auch genug Platz für einen wachsenden Bauch. Hier gilt: einfach mal probieren.

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel ist die Gewichtszunahme oft etwas stärker als vorher. 250 bis 400 Gramm wöchentlich werden als Durchschnitt angesehen. Neben dem wachsenden Baby sind noch weitere Faktoren für die Gewichtszunahme verantwortlich:

  • das Blutvolumen und die Menge des Fruchtwassers steigen
  • die Plazenta wächst und wird schwerer
  • die Brüste werden schwerer
  • der Körper lagert vermehrt Flüssigkeit und Fett als „Reserve“ für die Wochen nach der Geburt ein.

Wenn das Gewicht plötzlich ungewöhnlich stark ansteigt, kann das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Das solltest Du von Deiner Frauenärztin abklären lassen.

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Durch die wachsende Gebärmutter haben die anderen Organe im Bauch immer weniger Platz. Etwa in der 24. Schwangerschaftswoche ist das obere Ende der Gebärmutter bereits auf Nabelhöhe. Während die Verdauungsorgane immer weniger Platz haben und sich die Lage des Magens verändert, wird die Muskulatur von Magen und Darm durch das in der Schwangerschaft erhöhte Progesteron entspannt. Sodbrennen entsteht, wenn der Magen nicht mehr richtig schließt und die überschüssige Magensäure aus dem Magen wieder hoch in die Speiseröhre fließt. Es tritt in der Regel nach dem Essen auf und kann einige Minuten bis Stunden andauern.

Um Sodbrennen vorzubeugen, empfehlen sich mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Fettreiche Speisen und üppige Mahlzeiten begünstigen den Rückfluss der Magensäure eher. Nach dem Essen am besten mindestens ein bis zwei Stunden nicht hinlegen und eine eher aufrechte Körperhaltung einnehmen (sitzen), damit die Magensäure nicht wieder zurückfließen kann.

Was Du selbst gegen Sodbrennen tun kannst:

  • Trinke ein Glas warmes Wasser vor dem Essen.
  • Über den Tag verteilt kannst Du Fenchel- und Anistee trinken, denn sie stärken den Magen.
  • Meide Speisen, die viel Zucker und Fett enthalten (zum Beispiel Kuchen oder Braten) und trinke nur Getränke ohne Kohlensäure.
  • Nimm ab und zu Milchprodukte zu Dir, denn sie können helfen, die Magensäure zu binden.
  • Passe Deine Abendessen-Zeiten an und iss am besten mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen das letzte Mal.

Bei akutem Sodbrennen wird das Kauen von Nüssen, vorzugsweise Mandeln, oder Haferflocken empfohlen, da sie dazu beitragen können, die Magensäure etwas zu neutralisieren. Wenn das Sodbrennen nachts auftritt, lagere Deinen Oberkörper etwas höher, weil die Magensäure schwerer nach oben fließen kann. Ein Akupressur-Punkt in der Mitte des Daumenballens auf der Innenhand kann Sodbrennen ebenfalls lindern. Einfach etwa 30 Sekunden drücken und dann loslassen.

Wollt Ihr erfahren, in welcher Schwangerschaftswoche Ihr gerade seid? Dann testet gerne unseren Schwangerschaftsrechner und findet es heraus.

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Quellen:
Höfer, S./Scholz, Dr. med. A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München 2014
Huch, Prof. Dr. med. R./Ochsenbein, Prof. Dr. med. N.: Ich bin schwanger. TRIAS, Stuttgart 2015
Krüger, M.: Der Baby-Gesundheits-Code. TRIAS, Stuttgart 2015
Stiefel, A./Geist, C./Harder, U.: Hebammenkunde. Hippokrates, Stuttgart 2013

Ärztin_Elisa

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Karin

Schon als Kind wollte Karin den Dingen auf den Grund gehen und baute deshalb mit Vorliebe ihr Spielzeug auseinander. Während Papa zur Reparatur antrat, beschäftigte sie sich schon freudestrahlend mit dem nächsten Objekt. Weil sie auch heute noch alles genau wissen möchte, schreibt sie über Medizinthemen und das, was im Körper während der Schwangerschaft passiert.

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