40. SSW (40. Schwangerschaftswoche)

In der 40. SSW macht sich das Baby in der Regel auf den Weg. Seine Organe, Sinne und frühkindlichen Reflexe sind vollständig entwickelt und funktionstüchtig. Dass es für die Geburt bereit ist, signalisiert es über einen Stoff, den es ins Fruchtwasser abgibt. Der mütterliche Organismus reagiert auf diesen Stoff, indem verschiedene Hormone den Geburtsvorgang einleiten – die Geburt geht los.

Das Baby in der 40. SSW

pregnant woman with visible uterus and fetus week 40Durchschnittlich wiegen Babys bei der Geburt 3.400 Gramm. Dabei handelt es sich wirklich nur um einen Mittelwert, denn zwischen 2.800 und 4.000 Gramm können gesunde Babys bei der Geburt durchaus wiegen. Auch die Körpergröße des Babys ist unterschiedlich. In Deutschland werden zwar die meisten Babys mit einer Länge von 50 bis 55 Zentimetern geboren, aber auch einige Zentimeter mehr oder weniger gelten als normal. Die Organe des Babys sind ausgereift und funktionsfähig und es ist bereit für die Geburt.

Welche Vorgänge im Körper genau dazu führen, dass die Wehen eintreten und die Geburt losgeht, ist bislang nicht eindeutig festgestellt worden. Man geht davon aus, dass das Signal vom Baby ausgeht: Es bildet eine bestimmte Substanz in seinen Nieren, die über den Urin ins Fruchtwasser abgegeben wird. Dieser Stoff löst wohl bei der Mutter die Produktion verschiedener Hormone aus, welche die Geburtswehen in Gang bringen. Das Kind gibt dem mütterlichen Körper also höchstwahrscheinlich von sich aus das Signal, dass es nun bereit ist, geboren zu werden.

Die Schwangere in der 40. SSW – Warten aufs Baby

Die 40. SSW ist die Zeit des Wartens aufs Baby. Manche Frauen genießen die Zeit, die sie jetzt für sich, ihre Partnerschaft und Familie haben. Andere sind gespannt oder sogar ein wenig nervös. Dabei steht noch gar nicht fest, ob das Baby auch wirklich in der 40. SSW geboren wird. Die meisten Babys kommen zwischen der 38. und 42. SSW auf die Welt. Erst ab dem ersten Tag der 43. SSW spricht man von einer übertragenen Schwangerschaft. In der Regel wird dann die Geburt eingeleitet. Ab der 40. Schwangerschaftswoche finden alle zwei Tage Vorsorge-Untersuchungen bei der Frauenärztin oder Hebamme statt. Dabei werden die kindlichen Herztöne mittels CTG kontrolliert.

Ob in der 40. SSW oder früher oder später – die Anzeichen dafür, dass es bald losgeht, sind sehr unterschiedlich. Einige Frauen sind völlig überrascht vom Beginn der Wehen, andere ahnen schon ein, zwei Tage vorher, dass bald die Wehen einsetzen. Tatsächlich gibt es einige Anzeichen, die auf eine baldige Geburt hinweisen können:

  • Der den Muttermund verschließende Schleimpfropf geht ab („Zeichnen“).
  • Die Senkwehen werden häufiger.
  • Der Babybauch senkt sich noch etwas ab, weil das Baby tiefer ins Becken rutscht.
  • Der Bauch fühlt sich zunehmend härter an.
  • Es treten dünnerer Stuhlgang oder sogar Durchfall auf, da die wehenauslösenden Hormone auch die Darmkontraktionen anregen.
  • Es kommt vermehrt zu Appetit- und Schlaflosigkeit.
  • Die Schwangere verspürt eine zunehmende Unlust auf die Schwangerschaft.
  • Es tritt schon ein wenig Vormilch aus den Brustwarzen aus.
  • Es zieht im Rücken oder über dem Schambein.
  • Es kommt zum Blasensprung.

Solche Anzeichen treten vereinzelt oder gehäuft auf, manchmal auch gar nicht. Das sicherste Anzeichen für die Geburt sind Geburtswehen.

Wehen – die Geburt geht los

40.SSW Wehen

Ob es sich bei Wehen um Übungs-, Senk- oder echte Geburtswehen handelt, kann man nicht immer einfach unterscheiden. Geburtswehen kommen im Gegensatz zu Senk- oder Übungswehen regelmäßig, sie halten pro Wehe etwa 40 bis 60 Sekunden an und sind so stark, dass die aktuelle Tätigkeit oder ein Gespräch unterbrochen werden muss. Stärke und Schmerzhaftigkeit der Wehen nehmen im Laufe der Geburt zu.

Wenn die ersten Wehen auftreten, ist das in der Regel kein Grund, sofort ins Krankenhaus zu fahren. Beim ersten Kind wird empfohlen, ins Krankenhaus zu fahren, wenn die Wehen etwa alle fünf Minuten kommen. Frauen, die bereits ein oder mehrere Kinder bekommen haben, sollten den Geburtsort aufsuchen, sobald die Wehen etwa alle zehn Minuten auftreten. Es kann auch dafür Gründe geben, schon etwas früher ins Krankenhaus zu fahren, zum Beispiel bei Blutungen oder einer geplatzten Fruchtblase beziehungsweise abgehendem Fruchtwasser. Traten während der Schwangerschaft schon Komplikationen auf, sollte die Vorgehensweise bei Wehen am besten schon gegen Ende der Schwangerschaft mit der Hebamme und/oder Frauenärztin abgeklärt werden. Manche Hebammen kommen zur Schwangeren nach Hause, sobald die Wehen losgehen. Gerade Frauen, die zum ersten Mal entbinden, kann das ein etwas sichereres Gefühl bei der Einschätzung des Geburtsvorgangs geben. Wenn Du Dir das wünscht, sprich am besten frühzeitig mit Deiner Hebamme.

Die Phasen der Geburt

Die ersten Wehen sind sogenannte Eröffnungswehen. Sie bewirken, dass der Muttermund sich nach und nach öffnet. Dieser Zeitraum, die Eröffnungsphase, dauert beim ersten Kind durchschnittlich zwölf bis 18 Stunden, bei allen weiteren Kindern etwa sechs bis acht Stunden, da der Muttermund sich dann etwas schneller öffnet.

Hat sich der Muttermund bis auf acht bis zehn Zentimeter geöffnet, kommen die Wehen schmerzhafter und in kürzeren Abständen. In dieser Übergangsphase rutscht das Baby noch tiefer ins Becken und ist sozusagen in Startposition. Die Übergangsphase ist kürzer als die Eröffnungsphase und dauert zwischen 20 Minuten und zwei Stunden. Dafür kann sie sehr herausfordernd sein. Manche Schwangere lassen sich jetzt etwas zur Schmerzlinderung bei der Geburt geben, etwa die Periduralanästhesie (PDA) oder die Spinalanästhesie (SPA). Viele Hebammen bieten auch Akupunktur zur Linderung der Schmerzen an.

Die Austreibungsphase ist die Phase, in der das Kind geboren wird. Erst in der Austreibungsphase hilft die Mutter durch Pressen nach Anleitung der Hebamme oder Geburtshelfer mit. Während die Austreibungsphase beim ersten Kind noch bis zu zwei Stunden dauern kann, ist sie wesentlich kürzer, wenn bereits ein oder mehrere Kinder vaginal entbunden wurden.

Nachdem das Baby geboren wurde, stellt die Plazenta das Arbeiten ein und wird als sogenannte Nachgeburt etwa eine Viertelstunde später ausgestoßen. Dabei treten noch einmal ein bis zwei kräftige Wehen auf. Manchmal löst sich die Plazenta nicht von allein. Dann kannst Du die Ablösung unterstützen, indem Du Dein Baby zum Stillen an die Brust legst oder Deine Brustwarzen stimulierst. Plazenta, Nabelschnur und Eihäute werden nach der Geburt der Plazenta auf Vollständigkeit geprüft und eventuell verbliebene Reste aus der Gebärmutter entfernt.

40. SSW – das Baby ist da

40.SSW Baby ist da

Die ersten Momente mit dem Baby zählen für die meisten Eltern zu den unvergesslichen Momenten ihres Lebens. Die Mutter kann des Baby heutzutage in vielen Kranken -oder Geburtshäusern direkt nach der Geburt zu sich hochnehmen und auf den Bauch oder die Brust legen. Hier können sich Mutter und Kind das erste Mal betrachten. Manche Babys schreien und weinen, andere schauen sich verwundert um. Manche Babys suchen jetzt schon die Brust. Während Mutter und Kind sich kennenlernen, wird die Nabelschnur – eventuell durch den Vater – durchtrennt.

Danach wird das Baby von den Geburtshelfern für einige Minuten zur ersten Vorsorgeuntersuchung, der U1, gebracht. In manchen Kliniken wird die U1 auch direkt bei der Mutter gemacht. Das Baby wird gemessen und gewogen, Herz und Lunge werden abgehört und die Organe sanft abgetastet. Außerdem werden Aussehen und Reflexe des Babys kontrolliert. Das alles geschieht nach einem internationalen Punktesystem, dem APGAR-Test, bei dem insgesamt maximal zehn Punkte vergeben werden. Das Ergebnis, der APGAR-Wert, wird in den Mutterpass eingetragen. Das Baby erhält jetzt außerdem Vitamin-K-Tropfen, um seine Blutgerinnung zu unterstützen. Wenn die Eltern es möchten, wird auch gleich die Hörfähigkeit des Babys getestet, um einen eventuellen Hörschaden frühzeitig zu erkennen. Manche Krankenhäuser geben mit Einverständnis der Eltern dem Neugeborenen noch Augentropfen zum Schutz vor Erregern, die möglicherweise bei der Geburt auf das Baby übertragen wurden. Diese Maßnahme ist aber umstritten. Kritiker empfehlen, sich lieber vor der Geburt bei der Frauenärztin auf mögliche Scheideninfektionen untersuchen zu lassen.

Sobald die U1 abgeschlossen ist und wenn keine weiteren Untersuchungen nötig sind, wird das Baby wieder zurück zur Mutter gebracht. Nun haben Mutter und Baby alle Zeit der Welt, sich kennenzulernen.

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Quellen:
Höfer, S./Scholz, Dr. med. A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München 2014
Höfer, S./Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer, München 2012
Huch, Prof. Dr. med. R./Ochsenbein, Prof. Dr. med. N.: Ich bin schwanger. TRIAS, Stuttgart 2015
Plagge, S. R.: Mami to go. Gräfe und Unzer, München 2013

Ärztin_Elisa

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Karin

Schon als Kind wollte Karin den Dingen auf den Grund gehen und baute deshalb mit Vorliebe ihr Spielzeug auseinander. Während Papa zur Reparatur antrat, beschäftigte sie sich schon freudestrahlend mit dem nächsten Objekt. Weil sie auch heute noch alles genau wissen möchte, schreibt sie über Medizinthemen und das, was im Körper während der Schwangerschaft passiert.

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