9. SSW (9. Schwangerschaftswoche)

In der 9. SSW entsteht der Hals des Babys. Von außen ist von der Schwangerschaft bei Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, meist noch nichts zu sehen. Bei Schwangerschaften ab dem zweiten Kind kann es sein, dass die Hosen jetzt schon ein wenig kneifen. Die Gebärmutter ist in der 9. Schwangerschaftswoche schon doppelt so groß wie vor der Schwangerschaft.

Das Baby in der 9. SSW

Das Herz des Babys schlägt schon seit einigen Wochen. Mit etwa 170 Schlägen pro Minute schlägt es nahezu doppelt so schnell wie das Herz der Mutter. In der 9. SSW beginnt die Verknöcherung aus bis dahin noch knorpelartigem Gewebe: Das Skelett entsteht, beginnend mit den Schlüsselbeinen. Der Darm des Babys wächst besonders rasch. Er fällt um die 9. Schwangerschaftswoche aus der noch offenen Bauchhöhle in die Nabelschnur vor. Hier hat er etwas mehr Platz zum Wachsen. Im Laufe der Schwangerschaft rückt der Darm wieder in den Bauch zurück. Auch die Leber ist bereits gut erkennbar. Das Zwerchfell beginnt als eines der letzten Organe mit der Entwicklung. Alle Organe des Babys befinden sich weiter im Wachstum.

Aus den kleinen Fingeransätzen an den späteren Händen entwickeln sich Einbuchtungen. Die Einbuchtungen werden sich zu den einzelnen Fingern entwickeln. Auch an den späteren Füßen sind Einbuchtungen zu sehen, die sich zu Zehen teilen werden. Die Augen sind nun vollständig von den Augenlidern bedeckt. Vom Gehirn bis zu den Augen verbinden sich erste Nervenzellen zu Nervensträngen. Unbemerkt von der Mutter bewegt sich das Baby weiter reflexhaft. Es beginnt mit ersten Atemübungen. Sauerstoff erhält es aber nach wie vor über Plazenta und Nabelschnur aus dem mütterlichen Kreislauf.

In der 9. SSW streckt sich der kleine Körper noch etwas, weil der Hals langsam entsteht. Das Baby misst nun insgesamt 18 bis 25 Millimeter.

Die Schwangere in der 9. SSW

In der 9. SSW lassen bei einigen Frauen die Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen etwas nach. Zwar bleibt die Schwangerschaft in diesem frühen Stadium für Außenstehende noch nicht sichtbar, je nach Konstitution kneift bei einigen jedoch schon die Hose. Hier kann man sich schon mal mit einem starken Haushaltsgummi selbst helfen, wenn man noch keine neuen Hosen kaufen möchte.

Weil der Körper während der Schwangerschaft für Mutter und Kind mehr Sauerstoff als sonst benötigt, hat sich das Atemvolumen in der 9. Schwangerschaftswoche bereits vergrößert. Es wird sich weiter steigern, sodass es bis zur Geburt etwa um 50 Prozent zugenommen hat. Möglich ist diese Zunahme des Atemvolumens durch eine kaum merkliche Verschiebung im Oberkörper: Bereits in den ersten Schwangerschaftswochen verlagert sich das Zwerchfell um einige Zentimeter. Der Durchmesser des Rippenbogens vergrößert sich. Die Lungenflügel haben damit mehr Platz und können mehr Atemluft aufnehmen. Hormone bewirken, dass die Mutter automatisch tiefer atmet.

Haare färben in der Schwangerschaft?

Ein oftmals hitzig diskutiertes Thema unter Schwangeren ist das Thema „Haare färben – ja oder nein?“ Wer auf die Farbe in den Haaren nicht verzichten möchte, kann auf Haartönungen oder zumindest Strähnchen umsteigen. Der Vorteil von Strähnchen ist, dass die Haarfarbe im besten Fall nicht mit der Kopfhaut in Berührung kommt. Denn in Haarfarben enthaltene Chemikalien und Oxidationsmittel gelangen in den Blutkreislauf der Mutter und damit auch über die Plazenta zum Baby. Was diese Chemikalien bewirken, weiß man aktuell nicht. Fest steht aber: Sie lassen sich im kindlichen Gewebe nach der Geburt feststellen. Chemikalien unter anderem aus Haarfarben wurden auch in Muttermilch nachgewiesen.

In nicht dauerhaft haltbaren Haartönungen sind zwar auch Chemikalien enthalten, dafür keine Oxidationsmittel. Am besten noch mal auf der Packung nachlesen, ob auch wirklich keine Oxidationsmittel enthalten sind. Noch besser sind Pflanzenfarben. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Wie chemische Haarfarben können auch Pflanzenfarben allergische Reaktionen hervorrufen. Vor allem auf Henna reagieren manche Menschen mit Kontaktallergien.

Am besten ist ganz klar: Auf Nummer sicher gehen und aufs Haare färben, Haare tönen oder auf Strähnchen ganz verzichten. Wer das nicht kann oder möchte, sollte es zumindest nicht in den ersten Schwangerschaftswochen tun – in der 9. SSW wäre es also noch etwas zu früh. Denn das Baby reagiert in den ersten etwa zwölf Wochen der Schwangerschaft noch sehr empfindlich auf äußere Stoffe.

Die Haut in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft verändert sich auch die Haut. Nicht nur wird sie durch den wachsenden Bauch und die voller werdenden Brüste gedehnt, sie sieht auch einfach praller, glatter und rosiger aus. Verantwortlich sind die Hormone: Sie sorgen dafür, dass die Haut mehr Feuchtigkeit einlagern kann und sich einige Stellen, zum Beispiel die Warzenhöfe, aber auch bereits vorhandene Muttermale, Sommersprossen oder auch Narben, dunkler pigmentieren. Bei dunkelhaarigen Frauen übrigens mehr als bei hellhaarigen. Sonneneinstrahlung kann den Pigmentierungseffekt sogar noch verstärken.

Bedingt durch die Hormone haben einige Schwangere auch Hautunreinheiten. Pickel bilden sich nicht nur im Gesicht, sondern auch auf dem Dekolleté oder dem Rücken. Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft eher unreine Haut hatten, freuen sich dagegen manchmal über ein verbessertes Hautbild während ihrer Schwangerschaft. Wie sich die Haut verändert, ist von Frau zu Frau verschieden.

Unreine Haut sollte möglichst nicht mit aggressiven Gesichtswassern behandelt werden. Fettfreie Pflegeprodukte für sensible Haut eignen sich eher. Masken aus Heil- oder Tonerde saugen überschüssiges Fett auf und wirken desinfizierend. Zur Abdeckung von Pickeln eignen sich Mineralpuder. Sie verstopfen nicht die Poren und sind in der Regel frei von bedenklichen Inhaltsstoffen.

Überhaupt kann die Haut auf bislang verwendete Kosmetika und Pflegemittel empfindlich reagieren. Dann empfiehlt es sich, die Haut mit möglichst sanften Mitteln zu reinigen und auf eine Hautpflege für sensible Haut umzustellen. Manchmal wird auch eine ganz simple Naturpflege viel besser während der Schwangerschaft vertragen. Aloe-Vera-Gel ist oft frei von Zusatzstoffen und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Wer zu trockener Haut neigt, kann auch mal ein gutes (Speise- oder Bio-)Öl versuchen. Es zieht besonders gut ein, wenn es auf die noch nasse Haut aufgetragen und einmassiert wird.

Stoffe, mit denen die Haut in Berührung kommt, gelangen auch in den Blutkreislauf. Naturkosmetika oder „Pflegeprodukte“ aus der Speisekammer sind daher eine empfehlenswerte Hautpflege in der Schwangerschaft. So kann man zum Beispiel aus Zucker und Honig ein tolles Peeling ganz ohne Zusatzstoffe selbst herstellen.

Wollt Ihr erfahren, in welcher Schwangerschaftswoche Ihr gerade seid? Dann testet gerne unseren Schwangerschaftsrechner und findet es heraus.

Schwangerschaftsrechner
SSW berechnen - Alle Schwangerschaftswochen im Überblick

Quellen:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND): Über 300 Schadstoffe in der Muttermilch. Zeit für eine neue Chemikalienpolitik. www.bund.net
Coad, J.: Anatomie und Physiologie für die Geburtshilfe. Elsevier, München 2007
Gätje, R. et al.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart, 2011
Höfer, S./Scholz, Dr. med. A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München 2014
Stiefel, A./Geist, C./Harder, U.: Hebammenkunde. Hippokrates, Stuttgart 2013

Ärztin_Elisa

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Karin

Schon als Kind wollte Karin den Dingen auf den Grund gehen und baute deshalb mit Vorliebe ihr Spielzeug auseinander. Während Papa zur Reparatur antrat, beschäftigte sie sich schon freudestrahlend mit dem nächsten Objekt. Weil sie auch heute noch alles genau wissen möchte, schreibt sie über Medizinthemen und das, was im Körper während der Schwangerschaft passiert.

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