Bonding: Mehr als nur der erste Augenblick

image (76)Leonie Lutz ist Mama von zwei Kindern: Lina (1) und Lilly (11). Viele Jahre hat sie in den Medien gearbeitet, einige Bücher geschrieben, viele Zeitschriftenseiten mit ihren Artikeln für Kinder gefüllt und TV-Serien im digitalen Bereich beraten. Heute bloggt sie über ihr Leben und viele schöne Dinge unter www.minimenschlein.de.

Bonding. Lasst uns über Bonding sprechen. Ich habe zwei Töchter – Lina ist etwas über ein Jahr alt. Meine Große schon elf. Vor elf Jahren war das mit dem Bonding noch nicht in aller Munde. Heute kennt den Begriff jede Mama, allerspätestens nach der Geburt im Krankenhaus wird man damit konfrontiert. Was genau aber ist das denn, dieses Bonding?

Ihr müsst Euch Bonding ein bisschen wie Klebstoff vorstellen, die Verbindung zwischen dem Baby und den Eltern. Die emotionale Beziehung zwischen Euch und Eurem Kind. Sie ist ausgesprochen wichtig für die spätere Entwicklung eines kleinen Wesens. Das weiß man heute und tatsächlich belegen das auch Studien.

Bonding beginnt mit der ersten Sekunde des kleinen Babylebens. Aus der unsichtbaren Liebe während der Schwangerschaft wird plötzlich die sichtbare, endlich greifbare große Liebe.

Schutzlos kommt es zur Welt, braucht Wärme, Nähe, Geborgenheit, Aufmerksamkeit der Eltern, Mama oder Papa, die sich kümmern, füttern, wickeln und all die vielen Bedürfnisse stillen. Jedes Baby braucht eine Bezugsperson, das stärkt das Urvertrauen. Wenn es mit Mama und Papa gleich zwei sind, dann ist das umso schöner.

Kleine Dinge, die Großes bewirken

In der Vorstellung einer jeden Mama ist Bonding eine wunderbare Sache, ein herrliches Gefühl, Liebe, die man gerne gibt, weil man endlich das größte Glück in den Händen hält.

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Es sind kleine Dinge, die das Bonding ausmachen. Die Nähe, wenn Ihr Euer Baby im Arm haltet. Die Wärme, wenn Ihr es stillt. Euren Herzschlag, den es hört, wenn es auf Eurer Brust liegt. Euren Duft, den es sich für immer merken wird.

Kleine Dinge, die so viel Großes bewegen – der Grundstein für ein emotionales Band zwischen Euch und Eurem Baby.

Das zu den Fakten. Und dann kommt die Realität. Nicht immer haben Mamas einen perfekten Start mit ihrem Baby. Bei manchen Geburten gibt es Komplikationen, einige enden im Kaiserschnitt. Viele Mamas möchten stillen, manche Kinder nehmen die Brust nicht. Manchmal reicht Mamas Milch nicht aus. Und manchmal hat Mama auch einfach keine Energie mehr zum Stillen.

Bonding, wenn anfangs alles schief ging

Ich bin so eine Mutter, bei der alles schief ging. Und trotzdem habe ich meinen Weg des Bondings gefunden. Heute weiß ich: Es kann nicht immer alles wie im „Bilderbuch“ sein. Manchmal hat das Leben anderes mit einem vor.

Meine erste Geburt endete nach langen Stunden in den Wehen mit einem Notkaiserschnitt, weil sich mein Baby die Nabelschnur mehrfach um Körper und Hals gewickelt hatte. Ich war nicht da, als sie auf die Welt kam. Denn ich lag in Narkose. Ich war nicht da, als sie gewaschen und angezogen wurde. Ich war nicht die erste, die sie auf dem Arm hielt.

Als ich aus der Narkose erwachte, hielt ich ein komplett angezogenes Kind im Arm. Ich wollte den fehlenden Moment, die ersten Minuten wieder gut machen. Ich habe es mit dem Stillen versucht. Ich habe es acht Wochen lang versucht. Und musste am Ende aufgeben. Meine zweite Geburt mit Lina war ähnlich. Nicht ganz so dramatisch, aber auch diese wurde ein Kaiserschnitt und auch dieses Mal konnte ich nur ein paar Wochen stillen. Es macht mich traurig, wenn ich darüber nachdenke. Aber ich weiß, dass nicht alles verloren ist, wenn man die ersten Minuten nicht mit dem Kind teilt.

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Vielmehr sind es die ersten Wochen und Monate, die so prägend sind. Wir reden nicht über Stunden, die schief gehen. Die holt man locker wieder auf. Auch ein Flaschenkind spürt die Nähe von Mama. Dann, wenn Ihr es füttert und eng in Euren Armen haltet. Dann, wenn Ihr es über Eure Schulter legt, damit es sein Bäuerchen machen kann. Es wird Euch riechen, es wird das Pochen Eures Herzens hören und es wird Eure liebevollen Hände spüren, wenn Ihr es streichelst. Was Eure Hände können, könnt Ihr Eurem Baby auch wunderbar mit einer Babymassage zeigen. Denn jede körperliche Berührung schweißt Euch immer stärker zusammen.

Viele Krankenhäuser, mittlerweile fast alle, setzen auf „Rooming in“. Dies bedeutet, dass Euer  Baby von Anfang an neben Euch schläft. Das kann man zu Hause wunderbar weiterführen. Mit einem Beistellbett zum Beispiel liegt das Kleinste sicher immer an Mamas Seite. Und dann ist es so einfach, mal kurz das kleine Händchen zu streicheln, den Schnuller wieder reinzustecken, oder mit einem leisen „schhhhhh“ das Baby zu beruhigen. All diese Dinge machen Bonding aus. Und sie sind so einfach. Auch wenn der Start alles andere als das war.

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