Die richtige Hebamme finden

Midwife examining belly of pregnant woman by manual scanning in practice

Zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche sollte man sich so langsam Gedanken machen, wer einem professionell zur Seite stehen soll, bevor und während man ein Kind in die Welt presst. Laut Gesetz muss jeder Geburt eine Hebamme beiwohnen, und mal ehrlich, auch ohne Gesetz würden wir uns alle über ein bisschen Unterstützung beim Gebären freuen, oder?

Mir fiel es jedenfalls zu spät ein, etwa in der 24. Woche, dass ich eine Hebamme suchen muss. Das Branchenverzeichnis unserer Stadt durchtelefonierend, wurde ich von Anruf zu Anruf mutloser, denn keine Hebamme hatte mehr Termine frei, alle waren auf mindestens 6 Monate ausgebucht. Aber zum Glück gibt es den Hebammenverband, der einem in jedem Bundesland Kontakte zu Hebammen mit noch freien Kapazitäten vermittelt. So machten wir Bekanntschaft mit Lisa, einer sehr reizenden jungen Dame.

Leider eröffnete Lisa uns nach dem zweiten Termin, dass sie nächste Woche ganz plötzlich nach China auswandere. Immerhin vermittelte sie uns an eine ihrer Hebammenfreundinnen, Sandra. Sandra war eine rundliche, lustige Person, die eher naturheilkundlich unterwegs war, dem gegenüber ich ja immer so ein bisschen skeptisch bin. Als ich in der 36. Woche Vorwehen bekam, fand sie, es sei eine tolle Idee, meine Füße in warmem Wasser mit drei Esslöffeln Senfmehl zu baden. Sie war absolut überzeugt, dass das ein todsicheres Mittel gegen Vorwehen sei. Als ich meinem Frauenarzt davon erzählte (er: Mitte 60, Ex-Oberarzt in einer großen Geburtsklinik), war seine Reaktion: „Senfmehl, soso (sein Blick sagte: Diese Ökotanten …). Trinken Sie lieber mal einen Cognac!“ Auf meinen zaghaften Einwand hin, ich hätte da mal gehört, dass sich Schwangerschaft und Alkohol quasi ausschließen, erwiderte er, so spät könne das keinen Schaden mehr anrichten. Ich entgegnete, ich hätte aber gar keinen Cognac im Haus. Da riet er mir, dann solle ich eben in eine Kneipe gehen. Vor meinem inneren Auge sah ich mich mit Riesen-Babybauch an der Theke lallend „Sch…sch…naps!“ rufen. Keine gute Vorstellung. Bei den nächsten Terminen ließ ich mir wieder von Sandra Senfmehl ins Fußbad rühren. Die Vorwehen verschwanden auch ohne Cognac.

Die Hebamme, die einen vor und nach der Geburt betreut, kann man auch ins Krankenhaus zur Geburt mitnehmen. Das schlägt mit ca. 300 Euro zu Buche. Deshalb entschieden wir uns dagegen. Diese Entscheidung hatte Vor- und Nachteile. Ein Nachteil war, dass unsere Geburt drei Hebammenschichten lang dauerte. So wurde ich alle paar Stunden von einer neuen fremden Frau betreut, der ich erst mal alles erzählen musste. Dazu kommt, dass die im Krankenhaus angestellten Hebammen tagein, tagaus nichts anderes machen als Geburten zu begleiten, daher stellt sich eine gewisse Routine und Pragmatik ein – was gut ist, unter Umständen aber wenig Platz für Einfühlsamkeit lässt. Bis zur dritten PDA hätte ich mir manchmal Senfmehl-Sandra an meine Seite gewünscht. Allerdings hätte die wohl kaum 26 Stunden durchgehalten, sondern wäre auch irgendwann mal müde geworden. Das war der Vorteil der 300 Euro-Entscheidung.

Nach der Geburt wird man noch bis zum Ende der Wochenbettzeit zu Hause von der Hebamme besucht, in gewissen Fällen auch noch darüber hinaus. Das war eine schöne Zeit, Sandra hatte wirklich gute Tipps und nahm mir sämtliche Unsicherheiten, die man als Neumama beim ersten Kind eben so hat.

Mein Tipp: Kümmert Euch rechtzeitig um eine Hebamme und fragt am besten im Freundeskreis nach Empfehlungen. So könnt Ihr Euch weitgehend sicher sein, dass dieser besondere Lebensabschnitt von einer kompetenten, liebevollen Person begleitet wird, und müsst Euch nicht – wie wir – bei der Hebammensuche auf Euer Glück verlassen.

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Iris

Mit Kinder- und Familienthemen kennt Iris sich dank ihrer bezaubernden Tochter bestens aus. Die heute Fünfjährige hat ihr Leben komplett umgekrempelt. Neben ihrer Tochter liebt Iris vor allem Wörter - und die Möglichkeit, beim Bloggen ihr Wissen zu teilen und wichtige Themen bekannter zu machen.

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