Eine Mutter. Eine Mission: Eine Woche nicht schimpfen

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Für Eltern gibt es immer wieder Dinge, die unmöglich erscheinen: Eine Woche nicht schimpfen, innerhalb von sieben Tagen ein Buch (zu Ende!) lesen, 3 Tage hintereinander Freunde zu sich nach Hause einladen und bewirten. Allein der Gedanke an diese Horrorszenarien treibt vielen den Angstschweiß auf die Stirn. So auch unseren Autorinnen und Autoren. Wagemutig, kühn und adrenalin-suchend stellt sich eine Mutter oder ein Vater einmal im Monat einer unerfüllbar scheinenden Aufgabe. Das Ergebnis: Das Protokoll einer grenzüberschreitenden Erfahrung.

Teil 2: Eine Woche nicht schimpfen

Nicht schimpfenFür das Experiment sollte ich „Schimpfen“ vielleicht erstmal definieren. Der Duden beschreibt „Schimpfen“ damit, dass man hier seinem Ärger mit heftigen Worten (unbeherrscht) Ausdruck gibt und jemanden zurechtweist. Als ich meinem Mann mitteilte, dass ich nun aus beruflichen Gründen eine Woche nicht mit unserem dreijährigen Sohn schimpfen dürfte, musste er erstmal ein wenig schmunzeln und meinte „Du schimpfst doch sowieso fast nie“. Ganz Unrecht hat er nicht. Schimpfen – im Duden-Sinne – tue ich wirklich selten. Ich neige da eher zum Diskutieren und ins Gewissen reden. Also dachte ich: „Die Aufgabe schaffe ich doch mit links!“

Es beginnt harmlos

Bisher hat mein Sohn selten spezielle Wünsche geäußert, wenn es um seine Kleidungsauswahl für den Tag ging. Scheinbar spürte er aber, dass Anfang letzter Woche ein perfekter Zeitpunkt für spezielle Ansprüche war. Denn obwohl es am Morgen noch kühle 8 Grad waren, konnte ich ihm die neuen Sandalen nicht ausreden. Mutterchallenge schmollendes KindNach einer Runde Schmollen und Traurig-Schauen hatte er mich – in meiner schwachen Ausgangslage – überzeugt. Aber gut, diese Extratour konnte ich mit dicken Socken noch hinnehmen. Die nächsten Tage verliefen recht ruhig und normal, was aber auch daran lag, dass ich meinen Sohn am Tag nur etwa drei Stunden sehe und diese Zeit dann recht arm an Konflikten ist. Die alltäglichen Kämpfchen „darf“ mein Mann übernehmen.

Die Spannung steigt

Passenderweise gab es mit Christi Himmelfahrt ja einen Feiertag. Da konnte ich mein Vorhaben mal ganz in Ruhe austesten. Damit mein Mann auch ein wenig Vatertag feiern konnte (das heißt Mittagsschlaf machen), habe ich mit meinem Sohn einen Ausflug zum Rummel unternommen. Während einer – für mich schweißtreibenden – Fahrt mit dem Riesenrad, entdeckte der Sohnemann ein weiteres Karussell. Schnurstracks zog er mich also zum Karussell. Nun gut, wozu ist man auf dem Rummel? Verhandelt hatten wir im Riesenrad zwei weitere Karussellfahrten. Mutterchallenge KarusellLeider ließ sich das Kind nach der zweiten Runde nicht vom Karussell-Motorrad entfernen, zumindest nicht ohne Brechstange, und zeterte in bester Trotzphasen-Stimmung vor sich hin. Eine Situation, in der ich dann normalerweise doch mal schimpfen würde. Also ließ ich mir eine weitere Runde aus dem Kreuz leiern. Und noch eine. Und noch eine. Irgendwann konnte ich mich dann damit rausreden, dass mein Kleingeld nun alle wäre – stimmte auch fast. Nachdem ich den Sohn erfolgreich vom Rummel nach Hause gelotst hatte, sprachen wir nochmal über das Einhalten von Abmachungen. Ich denke, mit einer Wand zu sprechen, hätte mehr Sinn gehabt.

Großes Finale

Der Brückentag verlief dann ohne Zwischenfälle, meine Kompromiss-Strategie ging hier reibungslos auf. Doch, es nahte das Wochenende.

Mutterchallenge FrühstückDer Samstag begann bereits mit einer „Niederlage“ für mich. Dass Mama momentan einiges durchgehen lässt, blieb dem Sohnemann natürlich nicht verborgen. So forderte er dann auch vehement Eierkuchen zum Frühstück. Es ist nun nicht so, dass sonst nur Knäckebrot und Dörrfleisch im Angebot waren. Nein, der Tisch war ansprechend gedeckt mit Brötchen, allerlei Belägen und Joghurt. Immerhin konnte ich mit Blaubeeren zum Eierkuchen einen „Etappensieg“ erringen.

Nach dem Frühstück ging es dann mit dem Laufrad in den Park. Auch hier gibt es klare Regeln: immer in Sichtweite bleiben, bei „Stopp“ sofort anhalten und natürlich nicht einfach auf die Straße fahren. An diesem Tag klappte so gut wie nichts davon. Den auf dem Heimweg gab mein Sohn Gas, Rufe wurden ignoriert und er schoss um eine Kurve aus dem Park heraus. Ich sprintete hinterher, sah mich links und rechts um und konnte ihn nicht erblicken. Auf Rufen reagierte er dann und kam hinter einem Busch hervor gefahren. Mama-Challenge hin oder her, das ging zu weit. Ich schimpfte. In dieser Situation konnte ich nicht ruhig und gefasst bleiben. Immerhin hatte mein Herzschlag gefühlt gerade für fast eine Minute ausgesetzt. Wieder in der Wohnung habe ich ihm dann natürlich nochmal erklärt, warum ich geschimpft habe. Diesmal hat er es auch verstanden.

Mein Fazit

Für meinen Kleinen war das, glaube ich, eine tolle Woche, immerhin hat er so einige Konflikte für sich entschieden. Auf lange Sicht ist es aber (zumindest mir) absolut unmöglich, gar nicht zu schimpfen. Es gibt einfach Situationen, in denen ich keinen kühlen Kopf bewahren kann. Ich merke, dass dies auch genau die Situationen sind, in denen es mir zu 100% wichtig ist, dass gewisse Regeln eingehalten werden. Ich hoffe, dass mein Sohn den Unterschied dann auch erkennt und merkt, was mir und auch meinem Mann wirklich wichtig ist.

Dass er mit mir über Eierkuchen zum Frühstück, Mittag und Abendbrot durchaus reden kann, weiß er zumindest. Auch das Laufradfahren klappte dann am Sonntag tadellos. Mal sehen wie lange.

Wie ist es bei Euch? Schimpft ihr oft und wenn ja in welchen Situationen?

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Antje

Dank ihres kleinen Sohnes ist Antje immer auf der Suche nach tollen Spiel- und Bastelideen. Der myToys-Blog ist für sie die ideale Möglichkeit, über Trends im Bereich Spielen und Lernen zu berichten. Die andere Hälfte ihres Bloggerherzes gehört Spielzeug.de, einem Empfehlungsblog, auf dem Antje Spielzeugtestberichte von Eltern präsentiert.

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