Fliegen in der Schwangerschaft

Reisen in der SchwangerschaftHerrlich! Vor dem Mutterschutz noch den Resturlaub dranhängen und sich vor der Geburt mal so richtig ausruhen. Noch einmal mit dem Liebsten eine tolle Reise zu zweit. Möglicherweise bist Du auch aus beruflichen Gründen regelmäßig im Flugzeug unterwegs und bist verunsichert, ob Du Deinem Arbeitgeber jetzt schon sagen solltest, dass Du schwanger bist – und vielleicht nicht mehr fliegen kannst?

„Darf ich das überhaupt noch? Schwanger fliegen?“

Zum Glück ist diese Antwort zur Abwechslung mal ganz einfach: Ja, Du darfst! Es gibt in der gesamten Studienlage unisono keine Hinweise, dass Fliegen in der Schwangerschaft schadet. Weder Dir, noch Deinem Baby. Ein paar Dinge wollen aber beachtet sein. Ich spreche im Folgenden übrigens natürlich auch ausschließlich über komplikationslose Schwangerschaften. Mit in der Vergangenheit aufgetauchten Blutungen, vorzeitigen Wehen, insulinpflichtigem Diabetes, einem Frühgeburt-Geschwisterkind (und weitere relevante Risiken mehr) steigt man sinnvollerweise nicht ins Flugzeug. So weit, so klar.

Fliegen in der frühen Schwangerschaft

Reisen mit KindernEs stellt sich hier im Wesentlichen die Frage: Erhöht das Fliegen in den frühen Wochen der Schwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt oder gefährdet es die Schwangerschaft in irgendeiner anderen Weise? Die Studienlage sagt dazu glücklicherweise klar: Nein, das tut es nicht!

Dennoch sind einige Bedingungen an Bord anders als am Boden.

Verwirrung gibt es manchmal aufgrund der Sauerstoffversorgung. Auch in der Flugzeugkabine liegt, wie überall sonst auch, der Sauerstoffanteil der Luft bei 21 %. Er wird per Computer und permanentem Luftaustausch konstant gehalten.

Nur ist der Luftdruck um einiges niedriger, er entspricht ungefähr dem Druck in der Höhe von 2500 Metern, man könnte also von „dünnerer Luft“ an Bord sprechen, wie im Gebirge. Dadurch sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut um einige wenige Prozent (etwa von 98% auf 95%). Dies wäre zwar tatsächlich messbar, spielt für den Körper aber keine spürbare Rolle und verändert auch nicht die Sauerstoffversorgung des Babys im Bauch. Macht also nichts.

Höhenstrahlung

Je höher ein Flugzeug fliegt und je näher es den Polen kommt, umso mehr Strahlung wirkt auf die Flugzeuginsassen ein. Das gilt also vor allem für Langstrecken- und hier vor allem für Transatlantikflüge.

Ein solcher Langstreckenflug entspricht etwa einer Röntgenaufnahme. Da Du vermutlich nicht regelmäßig auf diesen Strecken unterwegs bist, ist das also auch kein Problem.

Auch am Boden gibt es übrigens natürliche Strahlung. Je nach Region und Gesteinsformation ist das gerechnet aufs Jahr möglicherweise noch mehr als der eine oder andere Flug in den Urlaub.

Fliegen in der späteren Schwangerschaft

Fliegen in der SchwangerschaftIn der späten Schwangerschaft kommt dann eher die körperliche Herausforderung für die Mutter dazu. Weil in der Schwangerschaft die Blutgerinnung etwas anders tickt als sonst und weil das Baby mit dem Größerwerden zunehmend auf größere Bein- und Beckenvenen drückt, solltest Du auf ein paar Dinge achten, um das Thromboserisiko zu minimieren:

  • Trage bei Flügen, die länger als zwei Stunden dauern auf jeden Fall Kompressionsstrümpfe Klasse 2 (für Bahn- und vor allem Autofahrten gilt das übrigens genauso). Diese werden extra für Dich angepasst, man bekommt sie also nicht auf die Schnelle. Von der Frauenärztin kriegst Du ein Rezept (ohne sind sie recht teuer, knapp 100 Euro!). Am besten gehst Du morgens oder vormittags mit „schlanken Beinen“ im Sanitätshaus vorbei, Deine Beine werden genau vermessen und etwa zwei bis drei Wochen später kannst Du die fertigen Strümpfe abholen. Eventuell würde ich auch die zehenfreie Variante überlegen, wenn es gerade Sandalensaison ist.
  • Beim Buchen oder Check-in: einen Platz mit mehr Beinfreiheit und/oder am Gang auswählen, damit die Beine ausgestreckt werden können. Außer den Strümpfen (die sind es nicht): locker und gemütlich anziehen.
  • Viel trinken! Vorm Security-Check die ganze Flasche leer trinken und an Bord gleich beim Einstieg die Stewardess um Wasser bitten, mitnehmen geht ja leider nicht mehr.
  • Immer mal wieder zwischendurch mit den Füßen wackeln und kreisen, um die Muskelpumpe für die Beinvenen anzuregen.

Checke vorher auch unbedingt die sonstigen Auflagen bei der gebuchten Fluggesellschaft. Welche Anforderungen und Einschränkungen gibt es? Die meisten Gesellschaften nehmen Frauen anstandslos bis zur 34., andere sogar bis zur 36. Schwangerschaftswoche mit. Ab dem Moment des „offensichtlichen Schwangerseins“ ist es auf jeden Fall sinnvoll (und die meisten Fluggesellschaften verlangen das auch), eine sogenannte Flugunbedenklichkeitsbescheinigung mitzunehmen. Die gibt es vom Frauenarzt, eine zweisprachige Ausfertigung (deutsch-englisch) schadet zumindest bei Auslandsflügen auch nicht. Und die Bescheinigung sollte so aktuell wie möglich sein!

Einige Länder haben auch bestimmte Einreise- oder Visumsauflagen, erkundige Dich beispielsweise bei Einreisen in die USA oder Singapur rechtzeitig (Fluglinien oder Botschaft).

Sicher ist sicher

Sowohl in der frühen, als auch in der späten Schwangerschaft ist natürlich auch der Zielort relevant: Trekking im Himalaya oder abgelegene Insel in Thailand ist sicher auch etwas anderes als ein mitteleuropäisches Ziel oder ein anderes mit angemessener medizinischer Versorgung im Falle einer Komplikation oder auch nur „komischer Symptome“, die Fragen während des Urlaubs aufwerfen.

Bestimmt ist es auch – je nach Größe der Reise – eine gute Idee, diesmal einen flexiblen Flug oder zumindest mit Umbuchoption (gibt es bei vielen Fluglinien gegen Aufpreis) zu buchen und auf jeden Fall eine Reiserücktritts- und -Abbruchversicherung abzuschließen (checken, ob Schwangerschafts- und Geburtshilfeleistungen mitversichert sind!). Nur für’s Gefühl …

Und dann kann es losgehen: Viel Spaß!

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Kareen

Kareen ist mittlerweile seit über 20 Jahren Hebamme. Was sie vorher schon ahnte, haben ihr ihre beiden Töchter täglich aufs Neue gezeigt: Es kommt doch immer irgendetwas anders. Durch ihre Erfahrung hat sie eine große Portion Gelassenheit gewonnen – und die Erkenntnis, dass die Medaille auch mal drei Seiten haben kann.

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