Freitag, der 13., schwarze Katzen und Co.: Glücksbringer und Pechboten damals und heute

Ich mag Freitage und meine Lieblingszahl ist die 13. Wenn beides aufeinandertrifft, rede ich mir immer ein, dass ich an diesem Tag eine Glückssträhne haben werde. Vielleicht auch, weil ich insgeheim daran glaube, dass ich an dem Tag doch vom Pech verfolgt werden könnte.

Ob Symbole, Gesten oder Worte – wir sind ständig von abergläubischen Vorstellungen umgeben und wissen oftmals gar nicht, was eigentlich dahintersteckt. Ich habe mich einmal für Euch umgehorcht und ein paar typische, aber auch weniger bekannte Formen des Aberglaubens zusammengestellt.

Die verflixte 13

Der Freitag kommt bereits in der Bibel nicht gut weg. So aßen Adam und Eva an diesem Tag von dem verbotenen Apfel und auch Jesus wurde an einem Freitag gekreuzigt. Viele Menschen fürchten sich vor der Zahl 13 und verlassen an diesem Tag nicht einmal das Haus. Der Teufel hat viele Namen und wird auch „Der Dreizehnte“ genannt, und im Märchen „Dornröschen“ spricht die 13. Fee einen Fluch über das neugeborene Kind aus. Die Kombination aus Tag und Zahl ist ein jüngeres Phänomen und stammt aus dem 20. Jahrhundert. Da viele Menschen die Zahl meiden, verzichten auch Krankenhäuser und Flugzeuge oft auf das Zimmer beziehungsweise den Platz mit der Nummer 13.

Hauptsache laut

Viele unser alltäglichen Bräuche stammen aus dem Mittelalter. Der Aberglaube prägte in dieser Epoche stark das Leben der Menschen. Alles, was ein Geräusch verursachte, diente dazu, böse Geister zu vertreiben. Heute stoßen wir mit unseren Gläsern an, um unserem Gegenüber Gesundheit zu wünschen – doch nicht über Kreuz, denn das soll Pech bringen! Auch beim Polterabend lassen die Gäste vor dem Haus Geschirr oder Waschbecken auf den Boden zerspringen, da Scherben aus Porzellan oder Keramik dem angehenden Brautpaar Glück verheißen. Außerdem würde der entstehende Lärm unsichtbare Wesen, die Böses im Schilde führen, erschrecken.

Glücksbringer

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Viele Bräuche dien(t)en dazu, um Unheil abzuwenden. Es gibt aber auch einige Symbole und Handlungen, die uns einfach nur Glück bescheren und an die fast jeder von uns glaubt. Eine Sternschnuppe in einer glasklaren Nacht oder eine weggepustete Wimper lassen einen geheimen Wunsch wahr werden, allerdings nur, wenn wir dabei die Augen verschließen und diesen in Gedanken äußern. An Silvester verschenken wir gern Marzipan-Schweinchen, kleine Hufeisen, vierblättrige Kleeblätter oder Schornsteinfegerfiguren auf Schokoladentafeln. Der Mann mit dem schwarzen Hut und der Leiter in der Hand sorgte bereits im Mittelalter dafür, dass die Schornsteine sauber blieben und nicht ganze Häuserreihen abbrannten. Noch heute soll es Glück bringen, wenn ein Schornsteinfeger an uns vorbeiläuft und wir die Knöpfe an seiner Jacke berühren.

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Vorhang auf – oder lieber zu!

Im Theater haben sich bis heute viele Rituale erhalten. Damit nichts schiefläuft, müssen Theaterleute immer ein bisschen auf ihr Glück hoffen, denn schließlich ist alles live. Einige Verbote befolgen Schauspieler bis heute strikt: Auf der Bühne dürfen sie nicht ihren eigenen Hut, Mantel oder Schmuck tragen und niemals quer über die Bühne laufen. Pfeifen im Theater, Klatschen nach der Generalprobe und Spähen durch den zugezogenen Vorhang sind ebenfalls tabu. Glück wünscht man einem Schauspieler stets mit den Worten „Toi, toi, toi“ und durch dreimaliges Spucken über die linke Schulter. Das vertreibe den Teufel, der angeblich links sitzt und für Missgeschicke auf der Bühne sorgt. Anstelle von einem „Danke“ antwortet der Mime stets mit „Hals- und Beinbruch“ oder „Wird schon schief gehen“, denn der Aberglaube besagt, dass immer das Gegenteil von dem eintrete, was man sich wünscht. Eine Katze am Theater vertreibe böse Geister.

Dreimal schwarzer Kater

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In allen Kulturen gibt es bestimmte Tiere, die Glück und Reichtum symbolisieren – ob Kröten in Südamerika, Fledermäuse in Bali oder Schweine in Europa. Dreifarbige Katzen nennen wir auch „Glückskatzen“, da sie nur selten vorkommen. Die Menschen im Mittelalter standen Katzen eher zwiespältig gegenüber: Einerseits galten die eigensinnigen Vierbeiner als Mächte der Finsternis, andererseits waren sie vor allem auf dem Land gern gesehene Gäste bei einer Mäuse- oder Rattenplage. Noch heute lassen manche Menschen eine Katze in ein neu erbautes Gebäude laufen, damit sie böse Geister auf sich ziehe. In manchen Ländern verkündet eine schwarze Katze Glück, in anderen wiederum nehmen sich die Menschen vor ihr in acht. Bei uns soll ein schwarzer Kater Unheil bringen, sobald er unseren Weg von links nach rechts laufend kreuzt. In anderen Kulturen darf er gern an Zweibeinern vorbeilaufen, aber niemals vor ihnen Platz nehmen. Fluch und Segen liegen also immer im Auge des Betrachters.

Die meisten abergläubischen Vorstellungen gehen auf reale menschliche Ängste aus vergangener Zeit zurück. Vieler dieser Bräuche und Symbole sind in Vergessenheit geraten, dennoch wenden wir sie immer noch an. Auch bei Redewendungen, die meistens wörtlich zu verstehen sind, verhält es sich ähnlich. Freitag, der 13. wird auch weiterhin mein Glückstag bleiben – wenn auch nur in meinem Kopf. Und da ich ein absoluter Katzennarr bin, werde ich dieses anmutige Tier ganz bestimmt niemals meiden, egal welche Farbe es hat und aus welcher Richtung es angelaufen kommt. Vor Geistern fürchte ich mich nur im Dunkeln, und dagegen helfen wohl auch keine klirrenden Gläser. Bei einer Sache hingegen bin ich streng abergläubisch: Wenn mir mein Bauch verrät, das etwas Schönes eintreten wird, darf ich es nicht in Gedanken formulieren und erst recht nicht aussprechen. Ansonsten erfüllt es sich nicht.

Wie steht es um euren persönlichen Aberglauben? Welche typischen Bräuche kennt Ihr noch?

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Katharina

Neugierig, begeisterungsfähig und phantasievoll – das sind die Eigenschaften, die Katharina an Kindern schätzt und glücklicherweise auch ihr Eigen nennen kann. Wenn sie mal wieder der Spieltrieb packt und Familie und Freunde genervt die Augen verdrehen, schnappt sie sich einfach die drei Kinder, die sie seit Jahren regelmäßig behütet. Auf dem myToys-Blog kann sie ihren journalistische Hintergrund und ihre Liebe für Kinderthemen weiter ausleben.

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