Geburtsvorbereitungskurs: Mein Ausflug zu den Hirschkühen

„OOOOOOOOOOOMMMMMUUUUUUUUUUOOOOOOOOOAAAAAAAAAMMMMMMM…“ So in etwa klingt es, wenn 10 Frauen auf dem Boden liegen und üben, welche Geräusche sie bei der Geburt zu machen gedenken.

So ein Geburtsvorbereitungskurs ist sicherlich eine gute Sache. Man sollte auf jeden Fall mal einen mitgemacht haben. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten; falls der Partner dabei sein möchte, muss er ca. 80 Euro dafür bezahlen. Sinnvoll ist so ein Kurs zwischen der 28. und 38. Schwangerschaftswoche. Ob er einem letztendlich etwas bringt, steht auf einem anderen Blatt …

Eines schönen Wochenendes fanden mein Freund und ich in einem Berliner Geburtshaus ein, um für den Ernstfall, im Volksmund auch „Geburt“ genannt, zu proben. Mit uns noch neun andere Paare, bei denen ein Partner deutlich dicker war als der andere: hochschwangere zukünftige Muttis. Die Frauen waren voller Tatendrang, die Männer devot-zurückhaltend, mit weichem Blick, leicht überfordert von so viel geballter Fruchtbarkeit um sie herum. Alle wollten wir gerne wissen, wie denn nun das Regelwerk lautet, das einem die Geburt quasi zum Spaziergang werden lässt. Leider wurden wir enttäuscht. Gleich zu Beginn eröffnete uns die sehr dynamische, supersportliche und schon 500 Geburten durchgemacht zu haben scheinende Kursleiterin, dass wir uns unsere Traumvorstellungen einer Easy-Peasy-Geburt und Trick-17-Tipps abschminken können, weil es eh immer anders kommt, als man denkt, und die wenigsten Frauen in den Wehen sich noch an irgendwelche Zauberkniffe erinnern können. In den folgenden Stunden erfuhren wir immerhin, was wir tun können, falls uns bei der Geburt der Spaß am Kinderkriegen vergehen sollte: Entspannungsübungen, Atemübungen, Stöhnübungen.

Manche dieser Etüden schienen mir ein bisschen seltsam. Mir ist alles suspekt, was auch nur den leisesten Hauch von Esoterik hat. Wenn ich Yoga machen soll, bekomme ich hektische Flecken. Mir kräuselten sich also die Fußnägel, als ich mir bei Panflöten-Meeresrauschen-Musik mit geschlossenen Augen vorstellen sollte, ich läge an einem Südseestrand, um dabei meine Muskeln Stück für Stück zu entspannen. Dabei verkrampfe ich eher Stück für Stück. Aber zum Glück sind ja nicht alle solche Technokraten. Ich blinzelte immer wieder zwischen meinen zugekniffenen Augen hervor und beobachtete die anderen Paare, die glücklich-beseelt von Hawaiianischen Lagunen zu träumen schienen.

Der Höhepunkt des Tages war für mich, als die Männer in die Küche geschickt wurden, wo sie das Frühstücksbüffet vorbereiten sollten. Währenddessen blieben wir Frauen im Kursraum zurück, um mit voller Inbrunst wie brünftige Hirsche (in diesem Fall Hirschkühe) zu röhren. „Tönen“ nennt sich das im Fachjargon. Das Ziel dieser Darbietung soll tiefe Entspannung sein, die durch das Atmen und die Vibrationen auf unseren Resonanzkörper (Bauch) hervorgerufen wird. Die Männer berichteten im Anschluss, in der Küche hätten dabei die Kaffeelöffel in den Bechern gerasselt.

Als ich nach 26 Stunden Wehen von der Hebamme angeschrien wurde, ich solle mir doch einfach vorstellen, ich müsse mal „so richtig ka****“ – das waren ihre Worte – war der Südseestrand ganz weit weg. Auch die Hirschkuh blieb im Stall. Trotzdem hat alles gut geklappt.

Mir hat der Kurs also leider außer einem lustigen Wochenende nichts gebracht, aber meine Freundin hat sich tönend durch drei Geburten gebrummt.

Sie schwört Stein und Bein, dass es ihr unheimlich geholfen hat. Also alles eine Typfrage. Wer Entspannungstechniken mag, ist hier richtig. Wahrscheinlich bin ich einfach zu verkrampft …

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(Anm. der Redaktion: Kinder und Familie ist ein unglaublich breites und spannendes Themenfeld, das viel Raum für Erfahrungsaustausch und Diskussion bietet. Unser Redaktionsteam besteht aus verschiedenen Autorinnen und Autoren, die gerne persönliche  Erfahrungen und Meinungen teilen  und sich auf den Dialog mit den Leserinnen freuen. Die in den Blogartikeln vertretenen Meinungen entsprechen in erster Linie der Sichtweise der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen Autors.)

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Iris

Mit Kinder- und Familienthemen kennt Iris sich dank ihrer bezaubernden Tochter bestens aus. Die heute Fünfjährige hat ihr Leben komplett umgekrempelt. Neben ihrer Tochter liebt Iris vor allem Wörter - und die Möglichkeit, beim Bloggen ihr Wissen zu teilen und wichtige Themen bekannter zu machen.

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