Hebammen-Streit: Alle Informationen zur aktuellen Debatte

hebamme

Bestimmt habt Ihr auch schon davon gehört, dass den Hebammen in Deutschland seit einiger Zeit das Leben ziemlich schwer gemacht wird, Stichwort „Hebammen-Streit“. Doch was genau steckt eigentlich dahinter?

Die Fakten

Ab  dem 1. Juli 2015 steigt die private Haftpflichtversicherung aller freiberuflich tätigen Hebammen um 23 Prozent. Das sind 6.274 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 kostete die private Haftpflicht noch 1350 Euro. Den horrenden Anstieg rechtfertigen die Versicherer so: Sollte der Hebamme bei der Geburt ein Fehler unterlaufen, von dem das Kind dauerhafte Schäden davonträgt, können Kosten in Millionenhöhe für die nachfolgende medizinische Versorgung entstehen. Diese hat sich in den letzten Jahren qualitativ extrem verbessert und ist deshalb auch teurer geworden.

Das Problem

Nur die wenigsten Hebammen können sich die hohe Versicherungsprämie leisten. Als Hebamme wird man auch mit einem prall gefüllten Geburtenkalender nicht reich. Sehr viele jedoch betreuen nur wenige Geburten pro Jahr und leben ohnehin am Existenzminimum – diese sind mit der hohen Versicherungsprämie finanziell heillos überfordert.

Dazu kommt, dass die Krankenkassen Hausgeburten nun stärker reglementieren wollen. In den aktuellen Verhandlungen mit den Hebammen wollen die Krankenkassen feste Kriterien festlegen, anhand derer entschieden wird, ob eine Geburt in der Klinik stattfinden muss oder zuhause stattfinden darf. Sollten diese Kriterien vorliegen, würden die Kosten für eine Hausgeburt nicht mehr von der Kasse bezahlt und müssten von den Eltern selbst getragen werden, was dazu führen würde, dass weniger Familien eine freiberufliche Hebamme für die Geburt in Anspruch nähmen. Die Hebammen fühlen sich dadurch entmündigt, da ihnen in ihren Augen nicht ausreichend Fachkompetenz zugesprochen werde, dies individuell zu entscheiden.

Die Konsequenz

Von den 21.000 Hebammen in Deutschland arbeiten etwa 3500 rein freiberuflich als Beleghebammen in Krankenhäusern, Geburtshäusern oder bei Hausgeburten – sehr viele von ihnen werden nicht mehr über die Runden kommen. Der Anstieg der Versicherungskosten zwingt sie, ihren Beruf an den Nagel zu hängen. Eine Folge des daraus entstehenden Hebammenmangels zeigt sich schon jetzt in einem Krankenhaus: Dort ist der Kreißsaal nur zwischen 7 und 17 Uhr geöffnet – Notfälle ausgenommen. Wenn sich abzeichnet, dass das Kind außerhalb dieser Zeit zur Welt kommt, wird die Frau an eine andere Klinik verwiesen.

Was könnt Ihr tun?

Der Verein „Mother Hood – Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr“ hat eine Online-Petition gestartet, die Ihr noch bis zum 1. Juli unterzeichnen könnt. Ziel der Petition ist, dass Schwangere weiterhin selbst entscheiden dürfen, wo die Geburt ihres Kindes stattfinden soll, und sich nicht an ein Kriterienraster halten müssen. Dann würden auch weiterhin viele Frauen ihre Kinder zu Hause zur Welt bringen, was wiederum den freiberuflichen Hebammen zugute käme.

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Iris

Mit Kinder- und Familienthemen kennt Iris sich dank ihrer bezaubernden Tochter bestens aus. Die heute Fünfjährige hat ihr Leben komplett umgekrempelt. Neben ihrer Tochter liebt Iris vor allem Wörter - und die Möglichkeit, beim Bloggen ihr Wissen zu teilen und wichtige Themen bekannter zu machen.
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  1. Khalil
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