Stachelige Angelegenheit: So könnt Ihr ein Igelhaus bauen

„Mama, wieso muss man eigentlich ein Igelhaus bauen? Haben Igel kein Zuhause?“

Im Herbst wollen wir gern unseren Garten aufräumen, damit er fit für den Winter ist. Mit unserem Drang, das erste und letzte Laubblatt aufzufegen und die Sträucher und Stauden zurückzuschneiden, machen wir es aber einem Gartenbewohner sehr schwer: Der Igel benötigt naturnahe Gärten zum Überleben. Hier erfahrt Ihr, wie Ihr dem stacheligen Gesellen im Herbst helfen könnt.

Die Basis: Garten einfach Garten sein lassen

Ganz wichtig ist, dass Euer Garten nicht nur aus englischem Rasen besteht und Ihr mit dem Laubbläser alle Blätter entfernt.

Kehrt das Herbstlaub auf die Beete. Das ist ein guter Winterschutz für die Mikroorganismen, Insekten und Regenwürmer.

Die gehören neben Käfern, Larven, Ohrwürmern und Schnecken zu den Lieblingsspeisen des Igels. In den Laubschichten, in Hecken und Sträuchern findet er ausreichend Nahrung, um sich für den Winter eine Speckschicht anzufressen. Wer also dem Igel und auch den anderen Tieren, die im Winter Schutz in abgeblühten Stauden und Büschen suchen, etwas Gutes tun möchte, der verschiebt das große Zurückschneiden und Aufräumen auf den späten Frühling.

Giftfrei Gärtnern: Im Garten Gefahren beseitigen

Eine weitere Maßnahme zur Unterstützung der Igel ist der Verzicht auf giftige Substanzen. Setzt kein Schneckenkorn oder Rattengift ein, denn Igel nehmen es auf und sterben daran. Wenn möglich, dann verzichtet auch auf künstliche Dünger und verwendet zum Lackieren und Streichen von Gartenmöbeln und anderen Dingen nur Farben bzw. Lacke mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Eine weitere Gefahrenquelle sind Kellertreppen und Kellerfenster, in die der Igel fallen kann. Mit einer Absperrung ist diese Gefahr schnell gebannt.

Igelhaus bauen im Spätsommer

Im Sommer und Winter: Rückzugsorte für den Igel schaffen

Der Igel ist ein Winterschläfer. Im Herbst sind die Säugetiere auch tagsüber unterwegs, um sich Fettreserven anzufressen. Wenn es im November dann anhaltend kalt wird und die Bodentemperaturen um den Gefrierpunkt liegen, suchen sie sich einen Unterschlupf für den Winter. Ihr könnt dem Igel ein Zuhause anbieten, in dem Ihr Laub- und Reisighaufen im Garten liegen lasst. Das Laub sollte trocken sein und an einem ruhigen Ort im Garten liegen, damit Ihr den Igel beim Winterschlaf nicht stört.

  • Der Laub- oder Reisighaufen sollte bis April, im besten Fall bis Mai, nicht umgesetzt oder beseitigt werden, weil ein Igel erst bei anhaltend guten Temperaturen wieder auszieht.

Aber auch im Sommer braucht er Rückzugsorte. Als nachtaktives Tier zieht er sich tagsüber zurück. Lasst deshalb ein paar Ecken im Garten „unordentlich“.

Der Igel bevorzugt Trockenmauern, Holzstapel, Wurzelwerk und Kompostmieten.

Traumhaus gesucht: Igelhaus bauen

Möchtet Ihr dem Igel ein langfristiges Zuhause und Schutz im Winter bieten, dann könnt Ihr ein Igelhaus aus Holz in kurzer Zeit selber bauen. Da Ihr mit einer Stichsäge hantieren müsst, sollten Eure Kinder einen geeigneten Abstand halten. Ansonsten können sie aber tatkräftig unterstützen. Den größten Spaß haben sie sicher, wenn es um die Einrichtung geht.

Was Ihr dafür braucht:

Igelhaus bauen Zubehör
  • Holzbretter (ca. 2cm stark)
  • Dachlatten
  • Holzlasur
  • Heu
  • Pinsel
  • Winkel oder Lineal
  • Stift
  • Stichsäge
  • Akkuschrauber

Und los geht’s: So könnt Ihr ein Igelhaus bauen

1. Zeichnet die Maße auf die Rückseite der Holzbretter ein. Dafür benötigt Ihr folgende Einzelteile:

Bezeichnung Anzahl Breite Höhe
Rückseite 1 40cm 26cm
Seitenteile 2 30cm 26cm
Trennwand 1 18cm 26cm
Vorderseite 1 40cm 26

Aus der Vorderseite könnt Ihr den Eingang aussägen, der eine Breite und Höhe von 10cm betragen sollte

Dach 1 50cm 36cm

2. Schneidet die Einzelteile vorsichtig (!) mit einer Stichsäge zu und schleift danach die Kanten.

3. Nun solltet Ihr die Einzelteile lasieren und anschließend trocknen lassen. Eventuell müsst Ihr den Vorgang ein weiteres Mal wiederholen.

4. Löcher an den Kantenseiten markieren, vorbohren und zusammenschrauben.

Durch die Trennwand entsteht ein verwinkelter Eingangsbereich, der die Igel vor Katzen und anderen größeren Tieren schützt.

5. Dachlatten entsprechend der Innenraumbreite ausmessen und an dem vorgesehenen Holzbrett befestigen. Das Dach wir nur aufgelegt und nicht festgeschraubt. Gerne könnt Ihr das Dach aber beschweren – z.B. mit einem Stein.

6. Den geschützten Bereich, hinter der Trennwand, könnt Ihr nun mit Heu auslegen.

Igelhaus bauen im Garten
Igelhaus bauen im Garten

Upycling-Alternativen: Auch so lässt sich ein Igelhaus bauen

Natürlich könnt Ihr auch mit alternativen Materialien ein Igelhaus bauen: Vielleicht habt Ihr eine Holzkiste oder einen Blumentopf übrig? Wichtig ist natürlich, dass sich das Material sägen oder zuschneiden lässt, damit Ihr einen Eingang auslassen könnt. Gegebenenfalls müsstet Ihr noch ein Dach ergänzen.

Das fertige Igelhaus stellt Ihr in eine ruhige Ecke, die etwas erhöht stehen sollte. So bleibt das Igelheim auch bei anhaltendem Regen trocken. Über das Holzhaus gebt Ihr als Schutz vor der Witterung Blätter und Reisig. Igel freuen sich auch, wenn sich in ihrer Nähe ein Blätter- und Reisighaufen befindet.

Und auch wenn Eure Kinder neugierig sind, ob ein Igel eingezogen ist: Bitte nicht den Deckel anheben, um nachzuschauen. Ein Trick ist feiner Sand, den Ihr vor den Eingang streut. Schaut dann regelmäßig nach, ob Ihr die kleinen Fußspuren des Igels entdecken könnt.

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Themenspezial Herbst: Herbstbasteln
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Christiane

Christiane lebt mit ihren beiden Söhnen plus Ehemann in Berlin und gibt sich dort dem täglichen Wahnsinn hin. Wenn sie nicht als Texterin und Journalistin arbeitet, checkt sie neue Spielplätze, versucht die Wohnung von Sandhügeln zu befreien und überlegt, ob es heute schon wieder Fischstäbchen sein müssen.

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