Rechnen lernen – Für Kinder keine Unbekannte

rechnen lernen

Es gibt diesen einen Moment, in dem Kinder das erste Mal bewusst rechnen. Das ist zumeist nicht der erste Tag in der Schule, sondern etwas früher. Die Schokoladenriegel sollen beispielsweise unter den beiden Geschwistern verteilt werden. Und das natürlich gleichwertig, fordern die Eltern. Also: Ein Schokoriegel für mich, einer für dich…

Wenn wir an Mathematik denken, haben wir vor allem schwierige Formeln, viele Unbekannte und die Kurvendiskussion im Kopf. Wer sein Kind bestmöglich auf solche Denkaufgaben vorbereiten möchte, der sollte einen guten Grundstein legen. Beim Rechnen lernen kommt es nicht darauf an, bereits im Vorschulalter bis 100 zählen oder multiplizieren zu können. Es geht vielmehr um das praktische Verständnis von Mengen und deren Verhältnis zueinander. Und das geschieht fast von allein und nebenbei.

Im ersten Lebensjahr werden Muster erkannt

Ganz besonders im ersten Lebensjahr saugen Babys alles in sich auf, was ihnen ihre Umwelt schenkt: Geräusche, Bilder, Spielzeug zum Anfassen und Gerüche. Wichtig ist für Babys in dieser Phase auch, zu begreifen, dass es in der Lebenswelt wiederkehrende Muster gibt. Das sind nicht nur die Eltern, die jeden Morgen sehr verlässlich und wiederkehrend neben dem Babybett stehen und das Kleine begrüßen.

Es sind auch die schönen geometrischen Muster auf dem Sofakissen, der Romanesco-Salat, der während einer Entdeckungstour in der Küche gefunden wird. Der spielt mit seinem wiederkehrenden Muster als Gemüse mit Fibonacci-Folge sogar eine wichtige Rolle in der Mathematik. Bereits in diesem jungen Lebensalter bekommen die Kleinen ein erstes, wenn auch unklares Gefühl für Wiederholungen – der erste Schritt in Richtung rechnen lernen.

Das selbstständige Zählen lernen beginnt etwa im Alter von 2 Jahren. Dann sind Kinder in der Lage eine bestimmte Zahlenfolge im einstelligen Bereich sinnvoll aneinanderzureihen. Wenn Eltern das fördern möchten, helfen kleine Reime, Lieder und Verse, die sich etwa mit der Anzahl von Ohren, Händen und Füßen befassen. Das macht den Kindern Spaß und sie entwickeln nebenbei ein erstes Gefühl für Zahlen.

Kleinkindalter: „Ich bin drei, gib mir drei Kekse, bitte!“

Im fortschreitenden Alter erkunden die Kinder ihre Möglichkeiten – der nächste Schritt in Richtung „rechnen lernen“: Sie versuchen möglichst viele Gummibärchen in ihre Brotdose zu stopfen und müssen erkennen: Alles hat ein Ende. Sie bauen Türmchen und merken doch immer wieder, dass der Turm ab einer bestimmten Höhe umzufallen droht. In der Badewanne oder dem Planschbecken werden Wassereimer gefüllt und es wird festgestellt, dass in den kleinen Eimer weniger Wasser passt als in den großen. Nach und nach bekommt das Kind ein Gefühl von Mengen. Zwei Äpfel, vier Bonbons und nur ein Eis werden zu greifbaren Zahlen. Morgens möchten sie doch bitte so viele Erdbeeren in ihr Müsli, wie sie alt sind. Ernsthaft werden die Fingerchen abgezählt und drei, oder vier gestreckte Finger vorgehalten.

rechnen lern - an den Händen abzählen

Vorschulalter: 2 x 2 macht wieviel?

Jetzt wird es langsam differenzierter und die Mathematik wird zu einem wichtigen Element im Alltag der Vorschulkinder:

Wer hat mehr Kastanien gesammelt? Hat einer mehr Autos zum Spielen? Wie alt bist du?

Das „Mehr“ und „Weniger“ ist jetzt eine wichtige Sache. Lieber einen Rosenkohl weniger essen, aber gern noch den dritten Pudding zum Nachtisch. Sie lernen auf spielerische Art rechnen, verstehen an den leckeren Smarties oder dem Puzzle, was es bedeutet, wenn etwas um zwei weniger oder um eins mehr wird.
Die Zahlen werden nun zu Verbündeten, wenn zwischen Eltern und Kind gehandelt wird. Im Alter von vier Jahren haben die Kinder bereits ein gutes Verständnis dafür, dass sie in jedem Jahr älter werden. Nun erfragen sie auch gern, wie alt denn Mama und Papa sind – und diese Zahlen liegen dann schon wieder außerhalb ihres Zahlenverständnisses.

Lernmotivation in der (Vorschul-)Zeit: Spielerisch rechnen lernen

Wann genau Kinder damit beginnen, sich für Zahlen und das Rechnen zu begeistern, ist recht unterschiedlich und hängt stark vom Charakter und den Interessen des Kindes ab. Wenn Eltern bemerken, dass ihr Kind Interesse zeigt, können sie die neue Leidenschaft unterstützen.

Es gibt viele Spiele, die die Fähigkeit des abstrakten Denkens gezielt fördern. Aber auch wenn die Familie lediglich „Mensch, ärgere dich nicht“ spielt, lernt das Kind mit einem Würfel umzugehen und die Schritte der Spielfigur abzuzählen.

Zählen und Zahlen lernen im Alltag

Kinder lernen besonders gut „nebenbei“. Wie auch beim Lesen lernen,  hilft die Präsenz der Buchstaben des eigenen Namens schon diese Buchstabenreihe zu verinnerlichen. Ähnlich verhält es sich in Bezug auf Zahlen – sie sind allgegenwärtig – auf Uhren, Preisschildern, Kleidung, etc.

Ich packe meinen Koffer: Eine Hose, zwei Schuhe, drei T-Shirts – so lassen sich Zahlen ganz bewusst in den Alltag integrieren und natürlich alles Mögliche abzählen.

Auf die Neugier eines Kindes ist jedoch Verlass: Es wird fragen, was auf Eurem T-Shirt steht, wie teuer der Einkauf war und was ein Liter Milch ist. Wichtig ist, diese Zahlen und Einheiten kindgerecht zu vermitteln, dass sie mit Spaß bei der Sache bleiben.

Alles hat seine Zeit

Auch wenn ein Kind wenig Interesse am Rechnen lernen zeigt, ist das in Ordnung. Spätestens mit dem Schuleintritt wird es bald soweit sein, manche Kinder brauchen auch einen etwas fantasievolleren Zugang zu der Welt der Zahlen. Dann kann es schön sein, wenn Mama und Papa gemeinsam mit dem Schulkind bunte und unterhaltsame Rechenhilfen basteln.

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Keine Panik, das 1×1 wird irgendwann sitzen und was für Kinder gilt, gilt auch für Eltern: Geduld haben, alles braucht seine Zeit.

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Christiane

Christiane lebt mit ihren beiden Söhnen plus Ehemann in Berlin und gibt sich dort dem täglichen Wahnsinn hin. Wenn sie nicht als Texterin und Journalistin arbeitet, checkt sie neue Spielplätze, versucht die Wohnung von Sandhügeln zu befreien und überlegt, ob es heute schon wieder Fischstäbchen sein müssen.
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