Ich kann sein, was immer ich will! Rollenspiele im Kindesalter

Rollenspiele im Kindesalter

Wer von uns flitzte nicht als kleiner Säbelzahntiger über den Schulhof oder trommelte seine tatsächlichen wie imaginären Freunde zusammen, um eine Familie aus Mutter-Vater-Kind auf die Beine zu stellen? Als ich Anfang der Neunziger meine erste Disney-Videokassette geschenkt bekam, wuchsen mir täglich Flossen, die zwar nur ich sehen konnte, mir aber ermöglichten, die Abenteuer der kleinen Meerjungfrau Arielle im Wohnzimmer selbst zu erleben. Noch heute erinnern mich die winzigen Narben an meinen Knien an diese sorgenlose Zeit … und das Rumrobben über unseren lila Teppichboden.

Die fünf Aspekte kindlicher Rollenspiele

Rollenspiele gehören zur Kindheit wie die Butter aufs Toastbrot. Sie sind ein elementarer Teil der kindlichen Entwicklung und bei allen Kindern zu beobachten. Schon Säuglinge ahmen den Gesichtsausdruck ihrer Mutter nach – die halbe Miete für ein gekonntes Theaterstück. Wir haben für euch die Welt der Rollenspiele unter die Lupe genommen und ihre fünf Aspekte zusammengefasst. 

1. Rollenspiele stärken die Persönlichkeit

Kinder beginnen mit etwa drei Jahren bewusst in fremde Rollen und Situationen zu schlüpfen. In diesem Alter hat sich ihre Persönlichkeit soweit ausgebildet, dass sie sich als eigene Individuen begreifen und von anderen abgrenzen können. Da die Umwelteindrücke und Bezugspersonen von Kindergarten- und Grundschulkinder begrenzt sind, dienen als Vorbilder meist Familienmitglieder oder Figuren aus den Medien, z. B. Fernseh- oder Buchhelden oder Märchenfiguren. Rollenspiele stärken so ganz gezielt die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl Eurer Kinder.

2. Kinder lernen Sozialverhalten

Für Kinder ist das Nachspielen von Situationen ein spielerischer Weg, sich mit den Beziehungen zwischen verschiedenen Alltagsparteien auseinanderzusetzen. Da Rollenspiele oft in Gruppen gespielt werden, wirken sie sich positiv auf das Sozialverhalten aus: Kinder lernen andere Ideen zu akzeptieren, die Gefühle ihrer Spielpartner wahrzunehmen und auf diese einzugehen. Umgekehrt erhalten die Kleinen durch das Spiel auch die Möglichkeit, ihre eigenen Gefühle auszudrücken und die Reaktion anderer einzuholen.

3. Bessere Kommunikation durch Rollenspiele

Die Entwicklung von Sozialverhalten und Sprache gehen Hand in Hand. Rollenspiele schulen nämlich auch die Sprach- und Ausdrucksfähigkeit eines Kindes im Austausch mit seinen Spielpartnern. Die Kleinen lernen voneinander neue Wörter und Satzstrukturen kennen, auf Fragen zu antworten und einander zuzuhören – so fallen zuhause schon mal Redewendungen, die das Kind nicht von den Eltern hat.

4. Rollenspiele fördern Fantasie

Natürlich hat jedes Rollenspiel auch eine ganze Menge mit Phantasie und Einfallsreichtum zu tun. Kinder erfinden dabei immer neue Figuren. Sie denken sich eine fiktive Historie zu diesen Figuren aus, aufgrund derer die Charaktere reagieren, wie sie reagieren, und sie überlegen sich komplexe Handlungen. Das alles setzt nicht nur Kreativität voraus, sondern fördert sie auch durch sich gegenseitiges Inspirieren. 

5. Ein Spiegelbild der Kinderseele

Zu guter Letzt kommt Rollenspielen noch eine weitere Aufgabe zu: Sie erlauben uns Eltern einen Einblick in die Themen, die unseren Kleinen durch den Kopf gehen. Kinder verarbeiten Erlebnisse und Ängste in Rollenspielen. Auf diese Weise können sie beide leichter verarbeiten. Ein Kind, das immer wieder seinem Teddy erklärt, dass er keine Angst im Dunkeln haben muss, bekräftigt die von den Eltern gemachten Aussagen, um sie zu verinnerlichen. Eltern können sich diese Form der Herangehensweise auch zu nutzen machen, um durch Rollenspiele behutsam sensible Themen bei ihrem Kind anzusprechen.

Rollenspiele im Kindesalter- Mädchen im Löwenkostüm

Das Rollenspiel Eurer Kinder fördern

Rollenspiele sind aus vielerlei Gründen wichtig für Eure Kinder – das sollte an dieser Stelle klar geworden sein. Um das Rollenspiel der Kleinen zu fördern, haben wir zum Abschluss noch drei phänomenale wie einfache Tipps zusammengetragen, die Ihr gern im Hinterkopf behalten dürft, um sie im Alltag umzusetzen:

Schafft den Kleinen eine Bühne

Stellt Euren Kleinen den nötigen Raum zur Verfügung, der ihrer Phantasie als Bühne dienen kann. Mit Raum ist nicht nur physischer Raum wie Kinderzimmer, Bad, Garten oder Wohnzimmer gemeint, sondern auch emotionaler Freiraum. Versucht nicht ins Rollenspiel einzugreifen, sondern lasst eure Kleinen einfach machen. Natürlich ist gegen Starthilfe nichts einzuwenden. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären. 

Stellt Requisiten und Spielzeug

Kinder haben einen besonderen Blick auf die Welt. Da kann eine Banane schon mal zum Telefon werden, eine Sofakante zum schwindelerregenden Abgrund und jedes Requisit unsichtbar sein. Beflügelt die Phantasie Eurer Kleinen, indem Ihr für ein paar Requisiten sorgt: ausgediente Second-Hand-Klamotten zum Verkleiden, einen zum Haus umfunktionierten Umzugskarton, einen Spielzeugarztkoffer zum Pflegen des Plüschfreundes oder einen Kaufmannsladen … 

Rollenspiele im Kindesalter - wie Eltern es fördern können

Macht auch mal mit!

Ja, ich weiß: Für manch einen ist es seltsam, am Puppentisch zu sitzen und sich imaginären Tee einschenken zu lassen, aber glaubt mir: Eure Kinder werden es euch danken. Indem ihr mit euren Kleinen spielt, stärkt Ihr nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung, sondern lebt ihnen auch vor, dass Phantasie etwas Tolles ist, das Ihr gutheißt – und das ist gut für das junge Selbstbewusstsein. Wechselt doch zum Beispiel einfach mal die Rollen: Eltern können tolle Babys sein und Kinder tolle Eltern. Viel Spaß beim Spielen!

spielend lernen - Spiele im Wald
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Dennis

In seiner Kindheit lebte Dennis mehr in seiner Fantasie als in der Realität –eigentlich ist das auch heute noch der Fall. Früh plante er Trickfilmzeichner zu werden, tauschte die Buntstifte allerdings Ende der Neunziger gegen eine krümelschluckende Computertastatur ein und wurde Autor-Schrägstrich-Texter-Schrägstrich-Journalist. Hin und wieder heult Dennis den Vollmond an, spricht mit Pflanzen und versucht das Kind in sich mit Ben&Jerry's-Eiscreme zu besänftigen – klappt ganz gut.

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