Zum Kindertag: Interview mit Juli Zeh

Der 1. Juni, an dem traditionell der „Internationale Kindertag“ gefeiert wird, ist in vielen Familien-Haushalten sicherlich deutlich im Kalender markiert. Immerhin ist es eine schöne Gelegenheit, Kindern (einmal mehr) einen unvergesslichen Tag ganz nach ihren Vorstellungen zu bereiten und sie dabei bestimmen zu lassen. Das Thema „Mitbestimmung in der Familie“ hat auch Juli Zeh in ihrem neuen Buch – einem Bilderbuch – thematisiert. Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Romane („Schilf“, „Spieltrieb“, u.a.) und ihr gesellschaftlich-politisches Engagement bekannt. Anlässlich des Kindertages hat sie uns mehr über ihr neues Buch und ihre Sichtweise zum Thema Mitbestimmung verraten.

Juli-Zeh-Buch

1. In Ihrem neuen Buch „Jetzt bestimme ich, ich, ich!“ geht es darum, wie Kinder im Alltag mitbestimmen können. Warum liegt Ihnen dieses Thema besonders am Herzen?

„Die Frage, wer bestimmen darf, ist nicht nur in Familien von zentraler Bedeutung. Unser ganzes Gemeinwesen, unsere Staatsform – die Demokratie – kreisen um die Frage, wer die Entscheidungen trifft und was ihn eigentlich dazu ermächtigt. Wir alle haben ein ganz klares Gefühl von Ungerechtigkeit, wenn auf falsche Weise über uns bestimmt wird. Niemand kann das so klar äußern wie ein Kind – es wirft sich auf den Boden und heult und schreit. Aber auch Erwachsene spüren es deutlich. Kaum etwas ist so schwer zu ertragen wie ein ‚falscher Bestimmer‘.“

2. Durften Sie als Kind früher viel bestimmen?

„Ehrlich gesagt – das weiß ich gar nicht. Das Wichtigste war für uns alle, dass es klare Regeln gab. Es gab Freiräume für die Kinder, und es gab den Bereich, in dem man den Eltern zu folgen hatte. Wie groß die beiden Bereiche jeweils waren, änderte sich im Lauf der Zeit. Die Größe der Freiheiten spielte aber erstaunlicherweise auch gar nicht die entscheidende Rolle. Viel wichtiger war die Klarheit der Grenzen zwischen den Bereichen. Ich glaube, dass meine Eltern das sehr gut gemacht haben.“

3. Sie sind bereits Mutter von zwei Kindern – wer bestimmt heute bei Ihnen zu Hause?

„Mein Sohn ist erst drei Jahre alt, die Tochter gerade mal fünf Monate. Aber trotzdem spielt das Bestimmen natürlich schon eine Rolle. Wir tun, was alle Eltern tun – wir verwandeln uns in Mafiabosse: Wir dealen, bestechen und erpressen. Aber ich versuche, es genauso gut zu machen, wie meine Eltern – bestimmte Regeln müssen eingehalten werden, und da sind ganz klar wir Eltern die Bestimmer.“

4. Wie feiern Sie den Kindertag?

„Bei uns ist jeder Tag Kindertag. Das lässt sich unmöglich steigern.“

5. Die Initiatoren des Kindertages haben in diesem Jahr einen sogenannten Bestimmerhut für Kinder entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Papierhut, den Kinder am 1. Juni aufsetzen können, um zu signalisieren: Heute haben wir den Hut auf! Was hätten Sie als Kind gemacht, wenn man Ihnen den Bestimmerhut aufgesetzt hätte?

„Vielleicht hätte ich bestimmt, dass ich den Hut ab jetzt für immer trage. Ich war schon als Kind ziemlich spitzfindig.“

Juli-Zeh-MitbestimmungVielen Dank für das Interview, Frau Zeh! Juli Zehs Buch „Jetzt bestimme ich, ich, ich!“- übrigens wunderschön illustriert von Dunja Schnabel – ist im Carlsen-Verlag erschienen. Ihr findet es natürlich bei uns im Shop.

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Sara

Neben ihrer Schwäche für Frankreich liebt es Sara, zu schreiben und regelmäßig auf deutschen und internationalen Blogs nach neuen Einträgen zu stöbern. Und dass sie sich bei ihrem letzten Geburtstag wie ein Schneekönig über eine restaurierte Version des Disney-Klassikers Dumbo gefreut hat, sagt eigentlich schon alles.

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